Letzte Aktualisierung: 11.1.2018

Behandlung

der Fruktose-Intoleranz (Fruktosemalabsorption)

Fruktose-Malabsorption – eine Krankheit?

Eine Fruktose-Malabsorption kann – im Gegensatz zu einer Laktose-Intoleranz – als Krankheit angesehen werden, vorausgesetzt, die Malabsorption tritt nicht auf, weil mit der Nahrung viel zuviel Fruchtzucker aufgenommen wird (bitte lesen Sie hierzu auch die Seite »Was ist Fruktose-Intoleranz?«).

Heilbar ist die FMA nicht, es kann jedoch mit einer angepassten, fruktosearmen Ernährung eine weitestgehende Beschwerdefreiheit erreicht werden.

Auch eine Ernährung, die möglichst frei von Haushaltszucker ist, ist bei einer FMA angeraten – zumindest in der Anfangsphase, bis man herausgefunden hat, welche Nahrungsmittel einem besser oder schlechter bekommen.
 
Medikamente

Da das fehlende oder nicht ausreichende Transportprotein GLUT5 nicht künstlich hergestellt und als Medikament verabreicht werden kann, ist es leider nicht möglich, es – wie beispielsweise das Laktase-Enzym bei einer Laktose-Intoleranz – in Tablettenform zu substituieren (ersetzen/ergänzen).

Jedoch ist auffällig, dass bei einer FMA oftmals die Konzentrationen der Aminosäure Tryptophan, dem Vitamin B9 (Folsäure) und dem Spurenelement Zink im Blut erniedrigt sind. Durch die Ergänzung dieser Stoffe kann – bei gleichzeitiger, möglichst fruktosearmer Ernährung – unter Umständen eine Beschwerdebesserung herbeigeführt werden.
 
Pflege von Darmflora und Darm

Zusätzlich zu einer angepassten Ernährung helfen die Pflege der Darmflora und des Darmes. Hierbei sollte auf eine möglichst naturbelassene Ernährung geachtet werden. Zwar sind Vollkornprodukte fruktosehaltiger als Produkte aus weißem Mehl, es ist aber durchaus hilfreich, hier eine gesunde Balance zu finden, denn die Ballaststoffe in den Vollkornprodukten pflegen die Darmschleimhaut: Wie bei einem Peeling schmirgeln die harten Schalen die abgestorbenen Zellen der Darmschleimhaut ab und ermöglichen es so den jungen Zellen, ihre Funktionen optimal zu erfüllen.

In einer so gepflegten Darmschleimhaut können sich nützliche Darmbakterien bestmöglich vermehren und so krankmachenden Keimen wenig Platz und Nährboden bieten. Somit bildet sich eine gesund ausbalancierte Darmflora, die zu Ihrem Wohlbefinden beiträgt.

Der oben erwähnte Hinweis auf einen möglichst geringen Verzehr von Haushaltszucker ist deshalb wichtig, weil sich schädliche Darmbakterien vorrangig von Zucker ernähren – und dieser Nährboden sollten ihnen entzogen werden. Somit haben günstiger wirkende Bakterien die Möglichkeit, sich zu vermehren und eine gesündere Zusammensetzung der Darmflora zu bewirken.
 
Unterstützung der Darmflora mit Pro- und Präbiotika

Als Probiotika bezeichnet man Darmbakterien, die für den Menschen günstige Wirkungen entfalten. Hier sind insbesondere Milchsäurebakterien zu nennen, die neben einer günstigen Wirkung in Bezug auf den Milchzucker insgesamt ein optimales Milieu im Darm erzeugen. Deshalb eignet sich der verstärkte Verzehr von milchsauer eingelegtem Gemüse wie Sauerkraut, Roter Beete, Mixed Pickles u.Ä.

Als Präbiotika werden Stoffe bezeichnet, die eigentlich für den Menschen unverdaubar sind, jedoch als »Futter« für die vorteilhaften Darmbakterien dienen können. Mit dem Verzehr von präbiotischen Nahrungsbestandteilen wird die Vermehrung der günstigen Darmbakterien unterstützt – die Darmflora wird somit mit diesen für den Menschen vorteilhaften Bakterienarten angereichert, die ungünstiger wirkenden oder gar krank machenden werden zurückgedrängt.

Viele pflanzliche Nahrungsmittel wie z.B. Chicoree, Schwarzwurzeln oder auch die Topinamburknolle enthalten einen hohen Anteil an präbiotischen Inhaltsstoffen. Präbiotika werden auch als Präparate zum Einnehmen in Apotheken oder Reformhäusern angeboten. Hier ist insbesondere das Inulin zu nennen, das eine günstige, verstärkende Wirkung auf Probiotika haben kann (nicht zu verwechseln mit dem Insulin, das für die Zuckerverwertung besonders den Diabetikern bekannt ist). Oftmals werden Kombipräparate aus Pro- und Präbiotika angeboten. Für empfindliche Menschen insbesondere solche mit einer Fruktose-Intoleranz sei jedoch der Hinweis angebracht, dass Präbiotika u.U. selber Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen können. Eine vorsichtige Dosierung ist also unbedingt angeraten.
 
Bewegung und Sport

Zu einem gesunden Darm gehört auch ausreichende Bewegung, denn die Darmperistaltik (Darmbewegungen) normalisiert sich durch eine ausreichende, gesunde Bewegung der Bauchmuskulatur. Bewegen Sie sich deshalb täglich mit Freude und Spaß am besten an der frischen Luft, denn nicht nur die Bewegung an sich tunt Ihrem Darm gut, auch die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff trägt zu Ihrer Gesundheit und Ihrem Wohlbefinden bei. Wählen Sie eine Sportart, die Ihnen gefällt und beginnen Sie 6'150; insbesondere als »Anfänger« langsam und überfordern Sie sich nicht.
 
Entspannung

Häufig wird eine Nahrungsmittel-Intoleranz auch begleitet von einem Reizdarm-Syndrom. Dieses kann günstig beeinflusst werden durch eine vernünftige Balance zwischen Anregung und Entspannung. Sollten Ihre Beschwerden sich also trotz konsequenter, fruktosearmer Ernährung nicht zu Ihrer Zufriedenheit reduzieren, so versuchen Sie ( auch in Rücksprache mit Ihrem Arzt), verschiedene Entspannungstechniken zu erlernen (autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Quigong). Oftmals sind Entspannungsübungen sehr hilfreich, um Beschwerden bei Fruktose-Intoleranz günstig zu beeinflussen.


 
Beratung

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Empfehlenswerte Literatur:
Kurz und klar: Fruchtzucker-Unverträglichkeit

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