Letzte Aktualisierung: 16.5.2019

Bewegung und Sport

Die Gesundheit eines Menschen steht auf zahlreichen Säulen (bitte lesen Sie hierzu auch den Beitrag »Die Säulen der Ganzheitlichen Gesundheit«) wie die Ernährung, Verdauung, Stress, Rauchen und Alkoholkonsum und vieles andere mehr. Eine der (mit) wichtigsten Säulen ist eine ausreichende Bewegung. Allgemein ist bekannt, dass die »Couch-Potatoes«, also Menschen, die viel Zeit auf ihrer Couch verbringen und sich sehr wenig bewegen, nicht nur zu Übergewicht neigen, sondern auch einen insgesamt schlechteren Gesundheitszustand aufweisen.

Auf der anderen Seite stehen die extremen Leistungssportler, die zwar in jüngeren Jahren meist schlank sind und gesund aussehen, oftmals aber nicht, wie man erwarten könnte, ein hohes Alter erreichen. Probleme mit den Gelenken oder sogar ihren Organen durch die permanente Überlastung sind hier keine Seltenheit.

Wie also verhält man sich gesund, was ist sinnvoll, um den Körper optimal zu stärken und zu unterstützen und – vor allem – wie kann man das erklären?


Bewegung ist gesund

Schauen wir einmal zurück zu unseren Vorfahren, denn sowohl unser Bewegungsapparat mit all seinen Knochen, Muskeln und Sehnen, als auch das Verdauungssystem und sämtliche Organe sind im Grunde noch genauso aufgebaut wie die Körper der Menschen vor vielen Tausend Jahren.

Diese Menschen waren den ganzen Tag in Bewegung: sie mussten sich ihre Nahrung selbst sammeln – einen Supermarkt, in dem man sich alles in großer Auswahl einfach in den Einkaufswagen legen und mit dem Auto nach Hause fahren kann, gab es nicht. Auch ihre Behausungen mussten sie mit großem Energieaufwand selber bauen, und oft rissen widrige Wetterbedingungen diese wieder ein, so dass sie erneuert werden mussten. Wenn die Nahrungsquellen in der Umgebung versiegten, mussten wie weiterwandern und ihr Lager an einem anderen Ort neu aufschlagen. So waren Übergewicht und Rückenschmerzen durch diese Lebensweise, die alle Teile des Bewegungsapparates beanspruchte, eher nicht an der Tagesordnung.

Auch ihre Verdauung wird mit Sicherheit besser funktioniert haben als bei den meisten von uns. Sie aßen ja nicht nur eine sehr viel gesündere Kost (Verknüpfung!) mit hauptsächlich pflanzlichen und wenig tierischen Anteilen und damit sehr viel größeren Ballaststoffmengen, als wir es heute gewohnt sind. Auch ihr Darm arbeitete sehr viel effektiver, denn für einen optimalen Transport der Speisen durch Magen und Darm ist eine kontinuierliche Bewegung des ganzen Körpers unerlässlich. Jeder Darm – sowohl der des vorzeitlichen Menschen als auch der unsrige – ist faul. Erst die Bewegungen der Bauchmuskulatur und der Atmung mit dem Zwerchfell regen den Darm zu der erforderlichen Bewegung (Peristaltik) an, um den Speisebrei zum Ausgang zu befördern.

Und nur eine optimale Verdauung bedingt auch eine gesunde Darmschleimhaut und – damit zusammenhängend – eine gute Balance unserer Darmflora.

Sich einfach nur auf die Couch zu legen und zu erwarten, dass die Verdauung von alleine funktioniert und unsere Darmflora (und damit auch unser Immunsystem) gesund ist und bleibt, ist illusorisch.

Auch die Atmung ist im wahrsten Sinne des Wortes nur durch Bewegung richtig in Bewegung. Wenn wir liegen, atmen wir wesentlich flacher, als wenn wir uns bewegen. Je mehr wir uns anstrengen, desto tiefer wird die Atmung: die frische Luft gelangt bis in die untersten Lungenspitzen und die verbrauchte Luft wird effektiv ausgeatmet. Unsere Lunge ist genauso wie Leber, Niere oder Haut ein Entgiftungsorgan, und nur mit einer tiefen Atmung können die Giftstoffe mit der Ausatemluft entsorgt werden. Bei einer flachen Atmung würden diese Stoffe im Körper verbleiben und alle Körperfunktionen belasten.

Gleichzeitig reichert die tiefere Atmung das Blut mit mehr Sauerstoff an, wodurch sowohl alle Körperzellen als auch das Gehirn besser versorgt und leistungsfähiger werden.


Wie viel Bewegung ist gesund?

Weder zu wenig noch zu viel Bewegung ist förderlich für die Gesundheit. Aus den oberen Ausführungen geht bereits hervor, dass ein gesundes Mittelmaß offensichtlich das Beste für den Körper ist und wo dieses Mittelmaß liegt, ist auch keineswegs genormt und für alle Menschen gleich. Es leuchtet ein, dass jüngere Menschen sich mehr bewegen können und sollen als alte Menschen. Aber es gibt ja durchaus auch in den verschiedenen Altersgruppen deutliche Unterschiede wie z.B. die »fitten Alten« oder die Gebrechlicheren. Jeder muss also sein eigenes Optimum finden, darf sich hierbei allerdings ruhig die Latte ein wenig höher legen und sich nach und nach aus der »Wohlfühlzone« heraus BEWEGEN.

Die Betonung liegt hier ganz bewusst auf BEWEGUNG und nicht auf Sport. Sicherlich ist es für viele Menschen schön, sich ab und an so richtig auszupowern, aber für manche von uns ist ein solcher Gedanke nicht reizvoll und auch nicht möglich. Tägliche, kleinere Bewegungssequenzen können nicht nur in der Summe ebenso viel bedeuten, wie ein oder zwei Stunden Sport in der Woche. Diese kontinuierlichen Bewegungen bringen insbesondere für den Darm sogar einen sehr viel deutlicheren Effekt: wie oben gesagt, benötigt der faule Darm kontinuierliche Anregung, um die gesunde, tägliche Ausscheidung zu gewährleisten. Es ist nicht genug, wenn Sie nur einige wenige Male Sport treiben – auch wenn Sie sich hier so richtig anstrengen – denn es reicht ja auch nicht, nur ein oder zwei Mal pro Woche Stuhlgang zu haben.

Ich will Sie von Ihren Besuchen im Fitnessstudio nicht abhalten. So lange Sie es nicht übertreiben und Ihnen diese sportliche Tätigkeit gefällt, ist sie positiv zu bewerten. Die kontinuierliche Bewegung – im Idealfalle alle halbe oder alle Stunde – können diese Besuche zwar schön ergänzen, aber nicht vollständig ersetzen.


Der richtige Zeitpunkt für Bewegung

Um effektiv zu sein, sollten möglichst viele, gerne auch kleinere Bewegungseinheiten über den Tag verteilt werden. Jede und jeder, die oder der unter Bewegung den Besuch eines Fitnessstudios oder das Fußballtraining am Wochenende versteht, tut schon einmal mehr als jemand, der sich gar nicht bewegt. Aber, wie gesagt, es ist die Kontinuität, die Bewegung so effektiv macht. Aus diesem Grunde ist es zu überlegen, welche Möglichkeiten man hat, um eben diese Stetigkeit zu erreichen und dies auch noch in den eigenen Tagesablauf einzubauen.

Wenn man z.B. berufstätig ist, sind andere Voraussetzungen gegeben, als wenn man Schüler/in, Student/in, Hausfrau/mann oder Rentner/in ist. Alleinstehende haben einen anderen Tagesrhythmus als Familienmenschen – jeder muss also zunächst einmal schauen, wie sich Bewegung in die tägliche Routine einbauen lässt. Diese Überlegung muss natürlich kombiniert werden mit der Frage nach der Art der Bewegung.


Die richtige Art von Bewegung

Diese Frage kann man nicht allgemeingültig beantworten, denn jeder kann nur für sich selbst die für ihn optimale Bewegung finden. Für jeden allerdings ist wichtig, dass Bewegung nicht nur den eigenen Vorlieben, sondern, wie oben ausgeführt, auch den eigenen Möglichkeiten angepasst sein sollte. Jede sich selbst unter Zwang und Pflichtbewusstsein auferlegte Bewegung bedeutet Stress – und Stress ist für die Gesundheit kontraproduktiv (bitte lesen Sie hierzu auch den Beitrag »Entspannung«).

Bewegung, die wirklich Spaß macht, wirkt entspannend und hat die Chance, über lange Zeit erfolgreich durchgehalten zu werden.

Somit kann die für den einen die in halbstündigen Frequenzen durchgeführte, kleine Atemübung das Richtige sein, für den anderen eine gelegentliche gymnastische Übungen. Und die sattsam bekannte Nutzung der Treppe statt des Auszuges ist sicherlich für fast alle eine hervorragende Möglichkeit (unter vielen anderen).

Es darf auch die Fahrt mit dem Fahrrad (natürlich gerne auch ohne Blümchen) zur Arbeit sein – und sei es nur bei schönem Wetter, und selbstverständlich eignen sich das Fahrrad oder auch die eigenen Füße auch zum Brötchenholen sehr viel besser. Dass hierbei kostenlos auch noch die Umwelt geschont wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Aber auch Wandern, Schwimmen, (Nordic) Walking, Skaten und viele weitere Möglichkeiten sind gegeben – man muss sich nur einmal hinsetzen und überlegen, was einem Spaß machen könnte.


Bewegung als sozialer Faktor

Doch, Sie haben richtig gelesen: Bewegung kann Ihre sozialen Kontakte fördern. Der eine mag es vielleicht, für sich alleine spazieren zu gehen, andere brauchen Gesellschaft und sind dann u.U. in einem Verein Gleichgesinnter gut aufgehoben.

Auch wenn Sie alleine spazieren gehen, werden Sie den einen oder anderen Gleichgesinnten treffen, und nach und nach können sich daraus ganz neue Kontakte ergeben: zunächst grüßt man sich, wenn man sich mehrmals begegnet ist, dann hält man ein wenig Small Talk, und später kann es sein, dass man sich verabredet. Wenn man Kinder hat oder einen Hund besitzt, ist man auf jeden Fall viel draußen – Eltern und Hundebesitzer kommen immer ins Gespräch.

In Vereinen haben die Mitglieder ohnehin die gleichen Interessen, so dass sich hier sehr viele Gesprächsthemen ergeben.

Je mehr Sie sich bewegen und je aktiver Sie sind – insbesondere draußen an der frischen Luft – desto zugewandter werden Sie auch Ihren Mitmenschen gegenüber sein und diese Ihnen Interesse entgegen bringen.

Es ist erwiesen, dass Menschen, die über ein ausgeprägtes soziales Umfeld verfügen, gesünder sind als solche, die in ihren eigenen vier Wänden vereinsamen. Für manche Menschen kann es eine große Überwindung bedeuten, aus ihrem Haus und damit aus sich selbst herauszukommen – die Bewegung ist dafür ein wunderbares Mittel!


Fazit

Jede Art und jede Menge von Bewegung nützt der Gesundheit – zu jeder Gelegenheit. Ziehen Sie eine Bilanz, wie und wie viel Sie sich bisher bewegt haben, wie Sie diese Einheiten steigern können und wie Sie dies sinnvoll in Ihren Tagesablauf einbauen können.

Welche Bewegung – sei es in Form von moderaten kleinen Übungen zwischendurch oder eher als »sportliche« Betätigung – ist möglich UND würde Ihnen gefallen? Testen Sie verschiedene Möglichkeiten. Das, was keinen Spaß macht, hat wenig Chance, beibehalten zu werden. Also probieren Sie andere Alternativen. Schauen Sie doch einmal, was Ihre Freunde in dieser Richtung machen und schließen Sie sich für ein erstes Kennenlernen an. Nicht alles, was Sie versuchen, ist in Stein gemeißelt, aber vielleicht bringt der eine oder andere Versuch ganz neue Erkenntnisse.

Übrigens: auch jede Art von Tätigkeit, die man bisher im Sitzen (oder gar Liegen) verrichtet hat, lässt sich auch im Stehen oder Gehen erledigen. Warum müssen Sie denn die Akteure des Fußballspiels im Fernsehen von der Couch aus anfeuern? Versuchen Sie das, zumindest in besonders spannenden Momenten, doch mal im Stehen: Sie haben einen wesentlich größeren Aktionsradius und – vielleicht – verhilft es ja zum Tor. Ganz bestimmt aber hilft es Ihrer Gesundheit, denn jedes bisschen mehr an Bewegung ist gesund.

 
Beratung

Gerne biete ich Ihnen eine individuelle Beratung an – auf Wunsch auch telefonisch oder per Skype.
Bitte informieren Sie sich auch auf meiner Praxis-Website »www.Ganzheitliche-Gesundheitsberatung.de«





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Die Säulen der Ganzheitlichen Gesundheit
Verdauung
Darmpflege
Pflege der Darmschleimhaut
Grundsätzliches über die Darmflora
Das Immunsystem – ganzheitlich betrachtet
Entspannung

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