Letzte Aktualisierung: 14.4.2018

Genussmittel

bei Darmempfindlichkeit
Genussmittel wie Kaffee, Tee, Schokolade, Zigaretten und Alkohol werden vor allem wegen ihrer Wirkungen auf das Nervensystem konsumiert.

Über die erhofften Effekte dieser Genussmittel oder sogar über darüber hinausgehende gesundheitliche Aspekte von Kaffee, Tee und Kakao ließe sich trefflich streiten, denn bei diesen drei letztgenannten scheint es neben den negativen Wirkungen tatsächlich auch gesundheitsfördernde Effekte zu geben, die bei klugem und gezieltem Konsum dieser Genussmittel für den Körper genutzt werden können. Allerdings stecken hier die wissenschaftlichen Untersuchungen teilweise noch in den Kinderschuhen, so dass sich die Ergebnisse teilweise je nach Wissenschaftler und auch von Zeit zu Zeit widersprechen.

Die eventuell gesundheitsfördernden Aspekte sollen jedoch an dieser Stelle ebenso wenig besprochen werden, wie die zweifellos extrem schädlichen Wirkungen der illegalen Drogen. Inhalt dieses Beitrags ist es, die Wirkungen zu beschreiben, die die legalen Genussmittel auf unser Verdauungssystem haben können.

Wenn Menschen mit einem robusten Verdauungssystem Genussmittel oftmals auch in größeren Mengen ohne Probleme vertragen können, kann doch ein empfindliches Verdauungssystem bereits auf sehr kleine Mengen ein- und desselben Genussmittels mit starken Reaktionen antworten.

Wenn Sie an Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, an einer Zöliakie, an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder einem Reizdarm-Syndrom leiden, sollten Sie sich bewusst sein, dass Genussmittel hier besonders heftig auf die Verdauung wirken und vorhandene Beschwerden teils extrem verstärken können.

Und bedenken Sie bitte auch, dass Genussmittel Symptome häufig über die Schilddrüse eskalieren können, die ja ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf das Verdauungssystem hat. Insbesondere wenn Sie an einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer Autoimmunerkrankung (Hashimoto Thyreoiditis oder Morbus Basedow) Ihrer Schilddrüse leiden, achten Sie bitte auf verstärkende Wirkungen von Genussmitteln (nicht nur) in Bezug auf Ihre Verdauung.

Kaffee

Für viele Menschen geht verdauungsmäßig »gar nichts« ohne den morgendlichen Kaffee. Der im Kaffee, dem Samenkorn des in tropischen Gebieten beheimateten Coffea-Strauches, enthaltene Wirkstoff Coffein und auch die Röststoffe, die durch den Röstvorgang der Bohnen im Kaffee enthalten sind, wirken anregend auf die Verdauung.

Die bitteren Röststoffe regen die Produktion von verschiedenen Verdauungssäften an, was insgesamt unsere Verdauung fördert. Je nachdem, wie stark der Kaffee geröstet ist, sind bei den verschiedenen Sorten mehr oder weniger große Mengen enthalten, so dass man hier beispielsweise durch die Wahl einer »magenschonenden« oder aber einer »kräftigen« Sorte die verdauungsfördernde Wirkung in Maßen beeinflussen kann.

Weiterhin regt das im Kaffee enthaltene Coffein nicht nur die Nerven an und macht wach, es wirkt auch auf unser so genanntes »Bauchhirn« und regt über dieses den Darm umgebende Nervengeflecht die Darmperistaltik (die Darmbewegungen) und auch die Absonderung von Flüssigkeit in den Darm an. Dies sind die oben erwähnten, beschleunigenden Wirkungen auf die Verdauung.

An sich ist ja gegen die Förderung einer gesunden Verdauung gar nichts einzuwenden – insbesondere dann nicht, wenn man ohnehin eher zu Verstopfung neigt, kann dies eben eine durchaus erwünschte Wirkung sein. Aber Menschen, die häufig eher dünneren Stuhl oder sogar Durchfälle haben, sollten mit dem Trinken von Kaffee sehr vorsichtig sein. Wer hier auf die Aufmerksamkeit anregende Wirkung nicht verzichten möchte, sollte zumindest zu einer als mild oder magenschonend deklarierten Sorte greifen, um wenigstens die Wirkung der Röststoffe zu minimieren. Zumindest sollten sich diese Menschen der Tatsache bewusst sein, dass bei ihnen Verdauungsprobleme wie Magenscherzen, Sodbrennen, Aufstoßen, weicherer oder dünnerer Stuhl, Bauchschmerzen oder Blähungen mit dem Kaffeegenuss zusammen hängen können.
 
Tee

Gemeint sind hier an dieser Stelle weder Kräuter- noch Früchtetee, auch wenn diese ebenfalls Wirkungen auf das Verdauungssystem haben können. Ich möchte mich ja aber hier auf die Genussmittel beschränken.

Trotzdem ist auch Tee nicht gleich Tee! Es gibt schwarzen Tee, grünen oder auch weißen Tee, und alle Sorten haben verschiedenen Wirkungen auf unser Verdauungssystem.

Wenn von Tee die Rede ist, ist in den meisten Fällen schwarzer Tee gemeint. Aber sowohl schwarzer, als auch grüner und weißer Tee stammen alle von ein- und derselben Pflanze – der Camellia sinensis. Die Blätter (und teilweise auch die Knospen) der oberen Triebe werden geerntet, gewelkt und anschließend – je nach Sorte – mehr oder weniger fermentiert und getrocknet.

Der bei uns am häufigsten konsumierte schwarze Tee wird nach dem Welken der Blätter fermentiert, d.h. durch die Restfeuchte oxydiert der Tee und erhält dadurch seine schwarz-rötliche Farbe. Bei kürzerer Ziehzeit des Aufgusses von ca. 3 Minuten steht die Wirkung des die Nerven und die Verdauung anregenden Teeins im Vordergrund, bei längerer Ziehzeit von ca. 5 Minuten haben die langsamer aus den Blättern austretenden Gerbstoffe eher eine beruhigende Wirkung.

Je nach gewünschter Wirkung auf die Verdauung (anregend oder aber beruhigend), sollten Sie also die Ziehzeit des schwarzen Tees genau beachten. Und mit der Ziehzeit verändert sich auch die Wirkung des Schwarztees auf die Verdauung: kurz gezogener Tee kann anregend auf die Verdauung wirken, lange gezogener Schwarztee wirkt eher stopfend. Sehr lang gezogener (10 Minuten), dünner Schwarztee wirkt durch die enthaltenen Gerbstoffe Wunder bei Durchfällen.

Bei der Herstellung des grünen Tees werden die gewelkten Blätter sofort getrocknet, so dass so gut wie keine Oxydation stattfindet. Es gibt Grüntee in Form von losen Blättern, aber auch gerollt als so genannten »Gunpowder«. Der besonders in China beliebte grüne Tee zieht 10 Minuten. Ihm werden diverse gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen. Er wirkt stark anregend auf das Nervensystem und damit auf die Verdauung, so dass bei einer Neigung zu eher dünnen und häufigen Stühlen besondere Vorsicht geboten ist.

Oolong Tee, ein »Mittelding« zwischen schwarzem und grünem Tee, ist ein halbfermentierter Tee, der ebenfalls anregend auf die Verdauung wirkt.

Der weniger bekannte weiße Tee, dessen Name von den weißen Härchen auf der Unterseite der Teeblätter herrührt, wird überhaupt nicht fermentiert, sondern nach dem Pflücken sofort getrocknet. Der weiße Tee wird 10 Minuten ziehen gelassen und hat eine anregende Wirkung auf Nervensystem und Verdauung.
 
Kakao und Schokolade

Kakao wird aus Kakaobohnen, den Samen des Kakaobaumes, durch Fermentierung hergestellt. Kakao enthält u.a. die Neurotransmitter Histamin, Dopamin und Serotonin und die Vorstufe von Serotonin, das Tryptophan. Hauptwirkstoff ist das so genannte Theobromin, das – ebenso wie das in sehr geringen Mengen ebenfalls enthaltene Koffein – anregend auf das Nervensystem wirkt.

Kakao kann als Getränk verzehrt werden und wird meist mit Milch vermischt. Aber auch in Schokolade ist Kakao in mehr oder weniger großen Mengen – in »normaler« Milchschokolade sind es meist um die 30%, in Bitterschokolade etwa 70%, es gibt aber auch Sorten mit bis zu 100% Kakaoanteil.

Neben der anregenden und stimmungsaufhellenden Wirkung (Seelentröster Schokolade) kann Kakao durch die Vielzahl der enthaltenen Stoffe sowohl eine anregende Wirkung als auch eine stopfende Wirkung auf das Verdauungssystem haben und kann auch mit dem Anteil der leicht abführend wirkenden Kakaobutter zusammenhängen. Wie Kakao und Schokolade wirken, muss gerade bei einem empfindlichen Verdauungssystem ganz individuell und vor allem vorsichtig und mit kleinen Mengen ausprobiert werden. Problematisch ist auch immer der meist sehr hohe Zuckergehalt, der sowohl Kakao-Getränkepulver als auch Schokolade nicht nur zu einer Kalorienbombe werden lässt, der Zucker kann sich durchaus auch sehr nachteilig auf die Darmflora und damit auf die Verdauung auswirken.

Zusätzlich sind bei Laktose-Intoleranz die Milchbestandteile mit Vorsicht zu genießen (viele Schokoladensorten enthalten eine Extraportion Laktose!), und bei Histamin-Intoleranz sind Kakao und Schokolade nicht nur aufgrund des enthaltenen Histamins tabu, sondern auch wegen ihrer Histamin-liberierenden Wirkung.

Auf jeden Fall ist es der Gesundheit nicht förderlich, große Mengen zu verzehren – bedenkt man doch, dass (Trink-)Schokolade früher als Medizin in Apotheken verkauft wurde.
 
Zigaretten

Zigaretten werden aus der Tabakpflanze (Nicotiana tabacum) hergestellt. Generell ist vom »Genuss« von Zigaretten (nicht nur!) bei Verdauungsproblemen dringend abzuraten. Neben all den bekannten gesundheitsschädigenden Wirkungen des Zigarettenrauchs wirkt das Nikotin als starkes Nervengift, das u.a. die Magensaftproduktion steigert und die Darmtätigkeit anregt. Somit können Zigaretten (und alle anderen nikotinhaltigen Darreichungen) dazu beitragen, dass sich Verdauungsprobleme wie Blähungen und Durchfälle verstärken.

Wer nun aber hofft, mit einem gezielten Genuss von Nikotin eine träge Verdauung anregen zu wollen, der sei an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich auf das Suchtpotenzial und die gesundheitsschädlichen Folgen bis hin zu den nachgewiesenen karzinogenen (krebserregenden) Wirkungen hingewiesen.
 
Alkohol

Der aus stärkehaltigen Früchten, Knollen und Samen durch Vergärung gewonnene Alkohol (Ethanol) hat – je nach Genussmenge – eine nachgewiesenermaßen hinlänglich bekannte mehr oder weniger starke, negative Wirkung auf das Nervensystem.

Alkohol wird als Aperitif oder Digenstiv gerne vor oder nach besonders fetthaltigem Essen getrunken, in der Hoffnung, auf diese Weise den Appetit anzuregen oder die Verdauung zu verbessern. Trotz dieser traditionellen Getränke ist nachgewiesen, dass der enthaltene Alkohol eher die Verdauung hemmt, als sie zu fördern.

Selbstverständlich ist von übermäßigem Alkoholgenuss dringend abzuraten! Gegen ein Glas Wein oder Bier zu einem geselligen Essen ist allerdings bei gesunden Erwachsenen nichts einzuwenden, wenn sich der Konsum in Grenzen hält und die nachgewiesenen Gesundheits- und Suchtrisiken beachtet werden. Auf die Verdauung hat der Alkohol in diesen Mengen dann keinen nennenswerten Einfluss.

 
Beratung

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Bitte informieren Sie sich auf meiner Praxis-Website »www.Ganzheitliche-Gesundheitsberatung.de«





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• Genießen bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten – ja bitte!

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