Letzte Aktualisierung: 12.11.2020

Informationen über Milch

– meine persönliche Meinung
 
Allgemeines

Milch ist im Normalfall die erste und ausschließliche Nahrung von Säuglingen. Muttermilch enthält Flüssigkeit gegen Durst und gegen den Hunger Eiweiß, Fett und Kohlehydrate in einem ausgeglichenen Verhältnis, daneben Vitamine und Mineralstoffe und damit sämtliche, in der ersten Lebensphase für die Entwicklung des Körpers und insbesondere des Gehirns notwendigen Stoffe.

Weiterhin werden mit der Muttermilch Abwehrstoffe gegen viele Krankheiten, die die Mutter erfolgreich überwunden hat, an den Säugling weitergegeben und machen ihn damit in der Stillzeit gegen diese Erkrankungen weitgehend immun. Somit sind gestillte Babys grundsätzlich gesünder als Kinder, die mit der Flasche und damit mit einer »artfremden« Milch aufgezogen werden, und ich bin sehr dafür, junge Mütter davon zu überzeugen, dass sie ihre Kinder möglichst lange stillen. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass die Muttermilch auch bestimmte Kohlenhydrate enthält, die das Kind selbst nicht verdauen kann, die jedoch die während der Geburt von der Mutter übertragenen und in den kindlichen Darm gelangten Bakterien füttern, so dass sich diese Basis-Darmflora gut entwickeln kann.

Von der Natur ist vorgesehen, menschliche Säuglinge mehrere Monate ausschließlich zu stillen, bis im Alter von etwa 4-6 Monaten langsam begonnen wird, zusätzliche Kost zu füttern und sie so nach und nach von der Muttermilch zu entwöhnen.

Auch für heranwachsende Kinder und Erwachsene könnte Milch (bei uns ist es meistens Kuhmilch) ein wertvolles Nahrungsmittel sein, wenn sie – wie in anderen Regionen und Kulturen – in Maßen und/oder in gesäuerter oder vergorener Form verzehrt würde. Kuhmilch enthält viele Bestandteile, die auch für die menschliche Ernährung wertvoll sein können. Ich bin mir bewusst, dass Menschen, die sich vegan ernähren und den Verzehr jeglicher tierischer Produkte und insbesondere die Milch katagorisch ablehnen, diese Meinung nicht teilen werden. Trotzdem bitte ich darum, diesen Beitrag unvoreingenommen zu lesen bzw. stehen zu lassen. Er stellt – wie der Titel zeigt – meine persönliche Meinung zu diesem Thema dar und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Bei uns gelangt Milch im Allgemeinen erst nach verschiedenen Konservierungs- und Verarbeitungsmethoden in den Handel, wo sie als Frischmilch, haltbare Milch oder als Milchprodukte wie Sahne, Butter, Käse, Quark und Joghurt etc. verkauft wird. Unbehandelte Milch würde schnell schlecht und damit für den Verbraucher ungenießbar, der heute nicht mehr täglich beim Bauern in der Nachbarschaft einkaufen kann. Die mittlerweile stark entwickelte Milchwirtschaft forciert die gesetzlichen Regelungen zur Konservierung, um die Vermarktungsfähigkeit von Milch und Milchprodukten zu einem für sie äußerst lukrativen Geschäft zu machen.

Bei der Konservierung wird die Milch mit verschiedenen Verfahren erhitzt. Dadurch werden nicht nur Keime abgetötet, die zum Verderb der Milch beitragen, sondern es wird auch das Eiweiß verändert (denaturiert), wodurch es schwerer verdaulich wird. Zusätzlich wird mit dem Homogenisieren das Milchfett in kleinste Tröpfchen zerteilt, damit es sich nicht mehr als Rahmschicht absetzt. Diese kleinsten Tröpfchen können – eventuell sogar beladen mit dem denaturierten Eiweiß – zwischen den Zellen der Darmschleimhaut hindurchschlüpfen und ins Blut gelangen. Dort können diese Stoffe Allergien verursachen. Die Milcheiweißallergie ist eine der bei Kindern am häufigsten beobachteten Allergieformen – u.U. weil Kinder einen im Vergleich zum Erwachsenen oftmals sehr viel höheren Anteil an Milch in ihrer insgesamt weniger abwechslungsreichen Lebensmittelpalette haben.

Darüber hinaus ist die Produktion von Milch und Milchprodukten für den Handel längst nicht mehr nur auf die Abfüllung, ggf. einen teilweisen Fettentzug oder die Verarbeitung der frischen Milch zu Joghurt, Quark oder Käse durch Hinzufügen von verschiedenen nützlichen Bakterienkulturen beschränkt. Die Milchindustrie zerlegt heute die vom Bauern angelieferte Milch zuerst in alle ihre Bestandteile, die sie dann wie Designer ganz nach »Verbraucherwünschen« wieder zusammensetzt. Natürlich werden dabei dann diverse Zusatzstoffe hinzugefügt, um das Endprodukt möglichst über viele Wochen »frisch« zu halten, farblich oder in der Konsistenz anzupassen oder auch den gerade vorherrschenden Modegeschmack zu treffen – eine eher unangenehme Vorstellung.

Ein weiterer, wichtiger Gesichtspunkt ist die Tatsache, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Milch, die in den Handel kommt, von trächtigen Kühen gemolken wird, weil eine Einhaltung einer sogenannten »Trockenzeit« – also einer Zeit, in der die Kühe nicht gemolken werden – den Tieren aus Profitgründen nur noch sehr kurz vor dem Kalben zugestanden wird. Dies hat zur Folge, dass die Milch Schwangerschaftshormone enthält, die zwar nicht hunderprozentig identisch mit den menschlichen Hormonen sind, sich jedoch zumindest in Teilen ähneln. Neben diesen Schwangerschaftshormonen enthält Milch auch Wachstumshormone, denn die Kälbchen sollen ja wachsen – dafür ist diese Nahrung ja schließlich gedacht. Auch bei uns Menschen wirken diese Wachstumshormone. Wird Milch nur in Maßen verzehrt, überwiegen die positiven Eigenschaften der Milch. Trinken wir jedoch zuviel davon, kehrt sich die Schaden-/Nutzenrechnung um, so dass die negativen Eigenschaften eher zu berücksichtigen wären. Wie bei allem anderen auch gilt es also bei der Milch, mit einer vernünftigen Verzehrmenge den Ernährungswert ohne negative Folgen zu nutzen. Es ist noch nicht bewiesen, ob nicht der rasante Anstieg der Brust- und Prostatakrebserkrankungen mit einem zu hohen Konsum der so belasteten Milch in Zusammenhang stehen könnte.

Leider sind in der Milch, die heutzutage im Handel angeboten wird, auch die diversesten Schadstoffe enthalten – dies nicht nur, weil die Tiere nicht mehr artgerecht gehalten werden und somit immer mehr Medikamente zum Einsatz kommen (müssen), sondern auch, weil oftmals bereits Futter und Wasser hochgradig schadstoffbelastet sind: Ab und an erreicht ein Futtermittelskandal den Weg in die Öffentlichkeit, der uns dieses Problem bewusst macht. Aber alle Beteiligten sorgen mit vereinten Kräften dafür, dass diese profitschädigenden Misstände möglichst schnell wieder in Vergessenheit geraten können.

Aus diesem Grunde möchte ich persönlich Milch – wenn überhaupt – nur in sehr kleinen Mengen und eigentlich nur als Biomilch empfehlen. Trinkmilch sollten Sie, wenn möglich, nur als Frischmilch verzehren. Besser ist der Verzehr von gesäuerten oder vergorenen Milchprodukten wie Quark, Joghurt, Kefir oder Käse. Bitte lesen Sie hierzu auch den Beitrag »Käse« oder das Rezept für »selbstgemachten Joghurt« .

Da Milch (mit Ausnahme von H-Milch oder gar Sterilmilch) in meinen Augen wegen ihrer Inhaltsstoffe trotz aller Verarbeitungsschritte ein wertvolles Nahrungsmittel darstellt, verzehre ich selbst Milchprodukte in vernünftigen Maßen. Für mich bedeutet dies einen kleinen Schuss Trinkmilch in meinen morgendlichen Tee und ab und an einen kleinen Becher Joghurt als Zwischenmahlzeit, wobei ich mir meinen Joghurt grundsätzlich selbst herstelle (manchmal übrigens manchmal auch aus Sojamilch, was fast genauso gut geht – aber das ist ein anderes Thema). Wegen meiner Laktose-Intoleranz kaufe ich laktosefreie Produkte.

Die Milchmengen, die uns die Milchindustrie als unverzichtbar für unsere Gesundheit, besonders für die Gesundheit unserer Knochen, aufschwatzen will, sind jedoch ganz gewiss nicht erforderlich – und darüber hinaus auch falsch. Denn neuere Studien, die nicht durch einen der Profiteure durchgeführt oder unterstützt wurden, u.a. eine Studie aus dem schwedischen Uppsala, weisen sogar auf ein höheres Risiko für Knochenbrüche bei Frauen mit einem hohen Milchkonsum hin. Scheinbar fördert der hohe Proteingehalt in der Milch die Ausscheidung von Kalzium über den Urin, so dass der hohe Kalziumgehalt in der Milch nicht nur zunichte gemacht wird, sondern dass die Bilanz sogar negativ ausfällt. Zudem stört der in der Kuhmilch enthaltene wachtumsanregende Faktor IGF-1, der hier zu einem wesentlich höheren Grad vorhanden ist als in Muttermilch, sogar bestimmte, normale Alterungsvorgänge. Somit steht die Kuhmilch auch wegen dieses Wachstumsfaktors im Verdacht, Krebserkrankungen zu begünstigen. Allerdings gilt dieser letzte Aspekt »nur« für Trinkmilch, denn offenbar können Milchsäurebakterien, die bei der Herstellung von Joghurt, Kefir und anderen gesäuerten Milchprodukten eingesetzt werden, den Faktor IGF-1 abbauen.

Wer mehr über Milch und die industrielle Milchproduktion wissen möchte, dem sei das Buch »Milch besser nicht« oder die Website www.milchbessernicht.de von Maria Rollinger empfohlen. Danach sollte jeder selbst entscheiden, ob und in welchen Maßen er noch Milch verzehren möchte oder ob er lieber ganz darauf verzichten will.

Der Vollständigkeit halber wird auch am Ende dieser Seite noch einmal erklärt, ob man Medikamente zusammen mit Milch einnehmen darf, da diese Frage immer wieder gestellt wird.
 
Zusammensetzung der Kuhmilch

Kuhmilch enthält etwa 87,5% Wasser. Das Kuhmilch-Eiweiß von ca. 3,5% enthält die meisten vom Menschen benötigten essentiellen Aminosäuren und kann gut vom Körper aufgenommen werden. Der Fettgehalt beträgt natürlicherweise etwa 4%. Bei der industriell hergestellten »Vollmilch« wird der Fettgehalt auf 3,5 - 3,8% eingestellt. Weiterhin gibt es fettarme Milchsorten mit 1,5% und auch mit 0,5% Fett. Das in der Milch enthaltene Kohlenhydrat ist der Milchzucker (Laktose), deren Anteil 4,8% beträgt. Als Besonderheit ist anzumerken, dass Milch als einziges tierisches Nahrungsmittel kleine Mengen Oligosaccharide (Mehrfachzucker) enthält, die die Darmflora des Kälbchens ernähren sollen. Bei einer Oligosaccharid-Unverträglichkeit könnten diese evtl. zu Problemen beitragen.

Die Milch enthält verschiedene Fettsäuren, die meisten sind gesättigte Fettsäuren und somit weniger wertvoll für die menschliche Ernährung. Es sind jedoch auch »gute« Fettsäuren enthalten wie u.a. conjugierte Linolsäure (CLS), die den Stoffwechsel von Glukose und Fetten günstig beeinflusst und der Arteriosklerose vorbeugt, indem sie im Blut vorhandene Lipide (z.B. Cholesterin) verringert. Darüber hinaus werden im Milchfett die fettlöslichen Vitamine gespeichert, deren Aufnahme erwünscht ist.

Neben dem Vitamin D sind die Vitamine A und E die in der Milch enthaltenen, fettlöslichen Vitamine. Weiterhin sind die wasserlöslichen Vitamine C, B1, B2, B6, B12, B3 (Niacin) und B9 (Folsäure) enthalten.

Die wichtigsten enthaltenen Mengen- und Spurenelemente in der Milch sind Kalzium, Phosphor, Magnesium, Jod und Zink, weiterhin Kalium, Natrium, Eisen, Kupfer, Cobalt, Zinn, Mangan, Aluminium, Fluor, Brom, Bor, Silicium und Selen. Ein Liter Vollmilch enthält ca. 7g Mineralstoffe.

Es wird häufig behauptet, dass Milch »Verdauungsenzyme« enthalte. Im weitesten Sinne ist dies nicht ganz falsch, denn in tierischer und menschlicher Milch sind Enzyme – nämlich so genannte Lysozyme – enthalten, die als Schutzstoffe für die Schleimhaut im Verdauungstrakt wirken. Somit ist Milch für den Säugling ein verdauungsschonendes Lebensmittel – vorausgesetzt, es ist die Milch der eigenen Mutter. Das Lysozym aus Kuhmilch ist ein wenig anders gebaut als das aus Humanmilch. Trozdem ist dieses auch nicht vollkommen wirkungslos beim Menschen, aber eben nicht optimal. Was man aber landläufig als »Verdauungsenzym« versteht, ist etwas, das hilft, Nahrungsbestandteile aufzuspalten und verdaubar zu machen (wie z.B. die Laktase, die die Laktose in ihre Bausteine aufspaltet). Somit wäre der Begriff »Verdauungsenzym« zumindest erklärungsbedürftig.
 
Konservierungsmethoden

Milch gelangt im Allgemeinen erst nach verschiedenen Konservierungsmethoden in den Handel, weil unbehandelte Milch schnell schlecht und damit für den Verbraucher ungenießbar wird. Dies würde sich negativ auf die Vermarktungsfähigkeit auswirken. Die Konservierung von Milch ist gesetzlich geregelt.

Die wichtigste und erste Maßnahme gleich nach dem Melken noch beim Erzeuger ist die Kühlung, um die Keimentwicklung in der euterwarmen Milch zu verlangsamen. Gekühlte, ansonsten aber unbehandelte Milch (Rohmilch) ist etwa 2 - 3 Tage haltbar.

Weiterhin wird Milch homogenisiert. Dabei werden die relativ großen Fetttröpfchen durch Pressen der Milch durch äußerst feinmaschige Lochplatten um ein Vielfaches verkleinert. Ohne Homogenisierung setzt sich nach kurzer Zeit das Milchfett als Rahmschicht auf der Milchoberfläche ab und könnte von dort abgeschöpft und beispielsweise zu Butter verarbeitet werden. Da das Aufrahmen bei verkaufter Trinkmilch nicht erwünscht ist, wird mit der Homogenisierung dieser Vorgang unterbunden. Die Haltbarkeit wird dadurch nicht verändert.

Milch gelangt mit Ausnahme bei der Direktvermarktung pasteurisiert in den Handel. Bei diesem Verfahren wird die Milch mit Dampf für 20 - 40 Sekunden auf 71 - 75 °C erhitzt. Dabei werden viele Keime abgetötet, wodurch die Haltbarkeit der Milch im Kühlschrank ca. 7 Tage beträgt. Pasteurisierte Milch darf trotz dieser Behandlung als »Frischmilch« bezeichnet werden.

Die so genannte H-Milch ist ultrahocherhitzt. Hierbei wird die Milch 1 - 3 Sekunden auf 135 - 150 °C erhitzt und ist ungeöffnet und ungekühlt ca. 3 Monate haltbar, nach dem Öffnen jedoch nur wenige Tage wie Frischmilch. Sterilisierte Milch, die durch Erhitzen auf 110 - 120 °C über einen Zeitraum von mindestens 30 Minuten so gut wie keimfrei gemacht wird, ist bei Zimmertemperatur mindestens 6 Monate haltbar, nach dem Öffnen wie Frischmilch etwa 2 - 3 Tage.

Sämtliche Methoden zur Haltbarmachung durch Erhitzen bewirken, dass Keime abgetötet werden, die die Milch verderben könnten. Dies können krankmachende Keime sein, aber auch Bakterien mit durchaus positiven Wirkungen, und sei es »nur«, dass durch die Auseinandersetzung mit normalerweise schädlichen Bakterien eine Abhärtung des Körpers und damit eine Stärkung des Immunsystems erreicht wird, oder sei es eine die Darmflora unterstützende Funktion der Milchsäurebakterien.

Weiterhin wird mit der Haltbarmachung der Milch durch Erhitzen das Milcheiweiß denaturiert, also in seiner Struktur verändert und kann vom Körper nicht mehr korrekt verdaut werden. Frische Milch – am besten Rohmilch – ist also auf jeden Fall der behandelten vorzuziehen. Sie hat natürlich den Nachteil, dass sie schneller verdirbt und deshalb den täglichen Einkauf erforderlich macht.

Hinweis: Für Kinder und Schwangere ist Rohmilch nicht uneingeschränkt zu empfehlen, da sie u.a. Listerien enthalten kann, eine Bakterienart, die eine Infektionskrankheit, die Listeriose verursachen können. Diese kann bei Menschen mit geschwächtem oder noch nicht voll ausgebildetem Immunsystem u.a. Blutvergiftungen oder sogar Hirnhautentzündungen hervorrufen. Bei Schwangeren ist eine Listeriose deshalb sehr gefährlich, weil eine Infektion, die schwere Schäden für das ungeborene Kind, Frühgeburten oder sogar das Absterben des Fötus nach sich ziehen kann, für die Mutter oftmals unbemerkt verläuft, so dass keine Behandlung erfolgt.
 
Schadstoffe in der Milch

Kuhmilch – oder zumindest der Rohstoff, der zu den Erzeugnissen, die uns die Milchindustrie als Milch, Joghurt und Co. verkauft – ist eigentlich ein natürliches Produkt, das in den Milchdrüsen der Kuh gebildet wird. Aber die Qualität und die Inhaltsstoffe sind davon abhängig, wie das Tier gehalten wird, welches Futter es erhält und auch welche Medikamente ihm verabreicht werden.

Mit der Massentierhaltung werden leider immer mehr Medikamente erforderlich, um die Tiere gesund zu erhalten (u.a. Antibiotika). Weiterhin kommen auch Hormone zum Einsatz, um die Fleischqualität oder die Milchleistung zu beeinflussen und somit die Gewinne der Bauern zu steigern.

Viele dieser Medikamente gehen in die Milch über, auch wenn es gesetzliche Regelungen gibt, dieses Risiko zu minimieren. Unglücklicherweise sind die Gesetze aber aus meiner Sicht aufgrund des Einknickens der Politiker gegenüber der Bauernschaft und auch nicht zuletzt durch die Europäisierung, bei der grundsätzlich scheinbar immer nur der kleinste gemeinsame Nenner gefunden wird, viel zu lasch und deren Einhaltung wird darüber hinaus auch nicht ausreichend kontrolliert. In regelmäßigen Abständen aufflackernde Lebensmittelskandale bestätigen dies.

Über Futter, Trinkwasser und auch die Luft können weitere Schadstoffe von den Tieren aufgenommen werden. Hier sind insbesondere Schimmelpilzgifte zu nennen, da sich in den feuchten Ställen leicht am Boden und in der Luft und auch im Futter Schimmelpilze bilden und halten können. Bei der frührer üblichen Haltung, bei der die Tiere tagsüber auf die Weiden getrieben und nur nachts in die Ställe geholt wurden, die dabei auch noch tagsüber offen standen und auslüften konnten, ergab sich dieses Problem nicht oder zumindest nicht in dem Maß. Heute jedoch werden die Kühe ausschließlich in den Ställen gehalten und kommen ihr gesamtes Leben nicht einmal auf eine Weide. Ställe und Futtersilos werden mit schimmelhemmenden Mitteln behandelt, die auf der einen Seite die Schimmelbildung nicht vollständig unterdrücken können und auf der anderen Seite zusätzlich von den Tieren aufgenommen werden. Und selbst abgetötete Schimmelpilze enthalten immer noch die gefährlichen Gifte, die sich dann zusätzlich mit den Chemikalien in Fleisch und Milch anreichern können.

Die meisten Schadstoffe werden aber durch das schwermetall- und nitratbelastete Trinkwasser und die Nahrung aufgenommen. Mit Tierfutter lässt sich nämlich trefflich Geld verdienen: Hier wird häufig von der Industrie hineingepanscht, was kaum vorstellbar ist – alles aus Gier nach Profit. Der Anfang 2011 an die Öffentlichkeit gelangte Dioxin-Skandal, der publik wurde, weil zufällig in Hühnereiern Dioxin gefunden wurde, ist ganz sicherlich nur die Spitze des Eisberges und zeigt, dass skrupellose Futtermittelhersteller billige Fette, die für industrielle Zwecke gedacht waren, in Tierfutter gemischt hatten, um so ihre Gewinne zu maximieren.

Auch in der Milch – bevorzugt im Milchfett – reichern sich gerne Dioxine an, und lt. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nimmt der Mensch durchschnittlich täglich mit der getrunkenen Milch 17 Pikogramm Dioxin auf. Diese Menge erscheint nur gering – vor allem vor dem Hintergund, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die tägliche Aufnahme von 4 Pikogramm Dioxin pro kg Körpergewicht über die Nahrung für unbedenklich hält (bei einem Durchschnittsgewicht von 75 kg wären dies also 300 Pikogramm pro Tag). Aber wir nehmen ja zum einen nicht nur über die Milch Dioxine auf, sondern über viele andere Nahrungsmittel auch, so dass allein dadurch schon eine erkleckliche Menge zusammen kommt. Und zum anderen wissen wir ja leider auch, dass die einzelnen Gifte nicht isoliert betrachtet werden dürfen – wie der Cocktail aus vielen verschiedenen Giften wirkt, wird ja leider nicht erforscht und bewertet.

Dioxine allein betrachtet sind äußerst gefährliche Gifte, die schon in allerkleinsten Mengen sehr gefährlich sein können. Spätestens seit dem Chemieunfall im italienischen Seveso (1976) ist bekannt, dass sich Dioxin in Milch anreichern kann – Müttern hier in Deutschland wurde noch einige Jahre danach die Möglichkeit gegeben, ihre Muttermilch auf den Gehalt des Giftes untersuchen zu lassen. Es geht nicht nur sofort in die Milch über, sondern lagert sich jahre- und jahrzehntelang im Fettgewebe (u.a. der Brust bzw. des Euters) ab, und wird dann in der Laktationsphase an die Milch abgegeben.

Aber auch ohne Skandale ist die Qualität von Tierfutter nicht die beste: Selbst wenn die Bauern nur ihr eigenes Heu verfüttern und das Wasser aus einem eigenen Brunnen zapfen, so befindet sich inzwischen weltweit eine mehr oder weniger hohe Konzentration von Dioxinen auf den Weiden – eine absolut dioxinfreie Milch gibt es auch bei sorgfältigster Produktion nicht (noch nicht einmal Biomilch ist völlig dioxinfrei). Und darüber hinaus haben die Bauern meist zuvor nitrathaltige Gülle aus den Ställen auf ihre Wiesen gefahren und auf den danebenliegenden Äckern »Pflanzenschutzmittel« (Pestizide und Herbizide) ausgebracht, die mit dem Regen ins Grundwasser gelangen – der Kreislauf schließt sich.

Hinzu kommen selbstverständlich noch die Schadstoffe, die bei der Verarbeitung der Milch in den Molkereien in die Produkte gelangen. Wie oben beschrieben, ist die Milch, die wir im Supermarkt kaufen, ja leider nun wirklich nicht mehr das Naturprodukt, als das sie uns gerne in der Werbung angepriesen wird: In der Molkerei werden reihenweise Zusatzstoffe zur Milch hinzugegeben – und wenn ein Gesetz gegen den Zusatz eines Stoffes zur Milch spricht, so bleibt häufig noch die Möglichkeit, ihn als Bestandteil von beispielsweise Fruchtzusätzen in Joghurt etc. doch unterzubringen – Hintertürchen gibt es diverse.

Natürlich müssen in der Molkerei alle Produktionsanlagen peinlichst sauber gehalten werden, denn Milch ist ein hervorragender Nährboden für Bakterien. Und verdorbene Milchprodukte schmälern den Gewinn des Herstellers. Deshalb werden reichlich Reinigungsmittel eingesetzt – schon die Tanklaster, mit denen die Milchmengen von den Bauern eingesammelt und über Land transportiert werden, dürfen keinerlei Verunreinigungen enthalten. Auch hier gibt es diverse Möglichkeiten, dass eingesetzte Chemikalien, die nicht gänzlich aus den Tanks gewaschen werden, in der Milch zurückbleiben – es sind einige Rückholaktionen bekannt, die aufgrund solcher entdeckter Rückstände durchgeführt werden mussten.

Und last but not least können Verpackungen Schadstoffe an die Milch abgeben, denn die Zeiten, in denen wir mit der Milchkanne zum Bauern gingen, um unsere tägliche Milchration zu kaufen, sind seit Großmutters (oder bald Urgroßmutters) Zeiten vorbei. Heute werden Milch und Milchprodukte großteilig in Kunststoffbehältnissen abverkauft, die aus Materialien bestehen, deren Unbedenklichkeit immer wieder – natürlich erst im Nachhinein – durch neue Erkenntnisse erschüttert wird.

Leider erhalten die Verbraucher nur bei öffentlichen Skandalen und dann auch nur widerwillig und tröpfchenweise Informationen über Schadstoffe in Nahrungsmitteln – was alles unter dem Teppich gehalten wird, vermag ich mir gar nicht vorzustellen.
 
Ökologische Aspekte bei der Milchproduktion

Durch die Erzeugung von Milch wird unsere Umwelt belastet. Die allermeisten Milchkühe werden heute nicht mehr – wie früher üblich – morgens im Stall gemolken, dann auf die Weide getrieben, um dort Gras zu fressen und abends zurück in den mit frischer Einstreu versehenen Stall zu einem zweiten Melken geholt zu werden.

Heute stehen die Kühe dicht an dicht gedrängt 24 Stunden täglich in riesigen Ställen auf Spaltböden, die zwar den Urin praktischerweise abfließen lassen, aber so doch in ihrem eigenen, ätzenden Kot. Es herrschen Gestank, ein ständig hoher Lautpegel und außerdem wird mit künstlicher Beleuchtung die Nachtruhe verkürzt und den Tieren ein längerer Tag aufgezwungen, an dem Sie noch mehr Milch produzieren sollen.

Die Kühe erhalten statt ausschließlich nährstoffarmes Gras oder Heu zusätzlich proteinreiches Futter, um die tägliche Milchleistung zu erzwingen, die die Milchmenge einer artgerecht gehaltenen Kuh um ein Vielfaches übersteigt. Nach einem kurzen Leben ist eine solche Kuh ausgelaugt und sie taugt gerade noch als Hundefutter.

Zur Erzeugung solcherart Futter braucht es proteinreiche Futterpflanzen. Da das vor Jahren an die von Natur aus vegetarisch lebenden Tiere verfütterte Tiermehl glücklicherweise seit dem Skandal um den dadurch hervorgerufenen Rinderwahnsinn verboten wurde, werden nun beispielsweise proteinreiche Sojabohnen für das Tierfutter verwendet. Diese Sojabohnen werden zu einem großen Teil in den immer aggressiver abgeholzten oder brandgerodeten Regenwaldregionen Südamerikas angepflanzt und dann mit Schiffen, die mit umweltschädlichem Schweröl betrieben werden, zu uns verfrachtet – ein Aspekt übrigens, den auch Menschen, die sich vegan, und damit stark sojabasiert ernähren, bedenken sollten.

Weil die armen Kreaturen zur Produktion dieser Milchmengen natürlich auch entsprechend viel fressen müssen, entstehen dabei selbstverständlich viele Abfallstoffe: Gülle und Kot, die oftmals in Nacht- und Nebenaktionen in sehr viel größeren Mengen als erlaubt auf die teils weit entfernt vom »Hof« liegenden Felder ausgebracht werden, was erstens zu einer Überdüngung und zweitens zu einer Belastung des Grundwassers mit Nitraten führt. Zudem entsteht bei der Verdauung CO2, das in die Atmosphäre entweicht – je mehr die Kühe fressen (müssen), desto mehr C02. Und die Kot- und Gülletransporte, die durch die halbe Republik oder sogar ins Ausland führen, weil immer weniger Agrarbetriebe für die Abnahme bereit sind, erzeugen weitere Tonnen an C02.

Um das Maß voll zu machen, wird dem Verbraucher suggeriert, dass beispielsweise Alpenmilch so viel besser schmecke als die heimische Milch. Deshalb kauft der Verbraucher aus Nordrhein-Westfalen, der sich »was Gutes tun will«, lieber Alpenmilch, die durch das halbe Land gefahren wurde. Warum Milch »aus den Alpen« (die dort in einem Massenbetrieb unter Verfütterung von südamerikanischem Soja produziert wird) besser sein soll als Milch aus der heimischen Eifel (die dort ebenfalls in einem Massenbetrieb unter Verfütterung der gleichen südamerikanischen Sojabohnen produziert wird), erschließt sich mir nicht. Einzig, dass offensichtlich die in den Alpen ansässigen Firmen die besseren Werbestrategen beschäftigen und ihre Milchpackungen mit Bildern von glücklich auf der Weise grasenden Kühen verzieren. Zugegeben, auch auf den Tüten der Eifelbauern grasen die glücklichen Weidekühe, aber vielleicht macht ja das Edelweiß auf der Alpenmilchpackung den Unterschied, unsere Geschmacksnerven zu narren.

Es gibt sicherlich noch zahlreiche weitere ökologische Gesichtspunkte, die man an dieser Stelle beleuchten könnte. Allein diese Beispiele sollen aber dazu diesen, Sie zu ermutigen, über die Menge Ihres Milchkonsums nachzudenken und der Lobby, die diese Aspekte selbstverständlich geschickt umschifft und verschleiert, nicht zu glauben, dass ein hoher Milchkonsum grundsätzlich einen ausschließlich positiven Wert für uns und unsere Gesundheit hat. Und wenn Sie dann noch Biomilch bevorzugen, die aus dem regionalen Umland stammt, ist der Schaden in Bezug auf unsere Umwelt zumindest ein wenig kleiner.
 
Was ist »A2-Milch«?

Seit einiger Zeit werben verschiedene Geschäfte damit dass die so genannte »A2-Milch« bei Laktose-Intoleranz bekömmlich sei. Das ist Unnsinn!

Ob Milch in die Kategorie A1 oder A2 eingeordnet wird, hängt von der Rasse der Milchkühe ab, die aufgrund ihrer genetischen Ausstattung mehr oder weniger A1- oder A2-Kaseine bilden. Kaseine und das Molkenprotein sind Eiweiße, die in der Milch enthalten sind.

A1- und A2-Kasein unterscheiden sich durch geringfügige Unterschiede in der Anordnung der Aminosäuren, aus denen sich die Kaseine zusammensetzen. Findige Vermarkter behaupten nun, dass das A2-Kasein leichter verdaulich sein soll als das A1-Kasein und die Milch mit einem höheren A2-Anteil (reine A2 Milch gibt es ohnehin nicht) auch noch besser schmecken soll. Was an diesen Aussagen dran ist, soll nicht Gegenstand dieses Beitrags sein.

Wichtig ist jedoch, dass darüber hinaus auch behauptet wird, dass die A2-Milch auch für laktoseintolerante Menschen bekömmlich sei. Fakt ist, dass sich A1- und A2-Milch im Laktose-Gehalt überhaupt nicht unterscheiden. Selbst wenn die A2-Milch leichter verdaulich wäre als die A1 Milch, wodurch – vorausgesetzt, dass diese Behauptung der Wahrheit entspräche – das Verdauungssystem zu einem uns unbekannten Grad in seiner Leistungsfähigkeit entlastet würde, bliebe auf jeden Fall immer noch die Aufgabe, die Laktose aufzuspalten. Unabhängig davon, welche Arbeit der Darm mit der Verarbeitung der Kaseine hat, muss die Laktose mit dem in den Zellen der Dünndarmschleimhaut gebildeteten Laktase-Enzym aufgespalten werden. Das eine hat mit dem anderen also herzlich wenig zu tun. Nur die nach der Aufspaltung entstandenen beiden Bausteine Glukose und Galaktose können über die Dünndarmschleimhaut aufgenommen werden. Bei einem Mangel oder Fehlen des Enzyms gelangt unaufgespaltene Laktose in den Dickdarm, die dort von den Darmbakterien verstoffwechselt wird, was zu Beschwerden führt.

Neben einer erblichen Veranlagung, die dazu führt, dass die Laktaseproduktion heruntergefahren wird, kann auch eine Entzündung der Darmschleimhaut zu einer Reduktion der Enzymproduktion führen, eine durch die Verarbeitung von unbekömmlicheren Kasein »überlastete« Schleimhaut jedoch keinesfalls in einem Maße, dass deshalb merklich weniger Laktase gebildet würde.

Das renommierte Max-Rubner-Institut hat nach Auswertung wissenschaftlicher Studien festgestellt, dass A2-Milch keineswegs entscheidend verträglicher ist als A1-Milch. Zudem ermittelte das Institut, dass sich keine Unterschiede des Calprotectin-Wertes nach längerem Verzehr von A1- bzw. A2-Milch festellen lässt – einem wichtigen Enzündungsmarker der Darmschleimhaut. Nach längerem Verzehr von A1-Milch ist die Darmschleimhaut also nicht zu einem höheren Grad entzündet, als nach dem Verzehr der angeblich bekömmlicheren A2-Milch.

Darüber hinaus betont das Max-Rubner-Institut in dem oben verlinkten Beitrag, dass »A2-Milch [...] sich im Laktosegehalt in keiner Weise von der A1-Milch« unterscheidet und »die vereinzelt in den Medien zu lesende Aussage zur besseren Verträglichkeit von A2-Milch bei Laktoseintoleranz [...] jeder wissenschaftlichen Grundlage« entbehrt.

Somit ist – wieder einmal – eine Idee geboren worden, mit der die Milchproduzenten ein teureres Produkt an den Mann bringen wollen und dabei keinerlei Rücksicht daruf nehmen, dass die Betroffenen im günstigsten Falle nichts davon haben, in schlimmeren Fällen sogar Schaden erleiden können. Dies zwar sicherlich nur ein einziges Mal, denn jeder Laktoseintolerante wird feststellen, dass seine Beschwerden sich kaum ändern, wenn er laktosehaltige A2- oder A1 Milch trinkt. Aber der Mythos ist erst einmal in die Welt gesetzt!

Deshalb noch einmal der Hinweis: Wenn Sie laktoseintolerant sind und Milch trinken wollen, müssen Sie zu explizit als laktosefrei deklarierten Produkten greifen.
 
Was ist laktosefreie Milch?

Für alle die Menschen, die an einer Laktose-Intoleranz leiden, werden seit vielen Jahren in beinahe jedem Supermarkt laktosefreie Milch und Milchprodukte angeboten. Bei laktosetoleranten Menschen, also Menschen, die Milchzucker vertragen können, wird in den Zellen der Dünndarmschleimhaut das Laktase-Enzym gebildet, das die Laktose, die mit der Nahrung dort vorbeifließt, aufspaltet. Die so entstndenen, kleineren Bausteine Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) können durch die Schleimhaut gelangen. Wenn aufgrund einer ererbten (primären) oder einer erworbenen (sekundären) Laktose-Intoleranz kein oder zu wenig Enzym gebildet wird, würde die in den Dickdarm gelangende Laktose zu Problemen führen (lesen Sie hierzu auch den Beitrag »Was ist Laktose-Intoleranz?«).

Um dies zu vermeiden, kann man zu laktosefreien Milch(produkten) greifen, bei denen bereits in der Molkerei der Milch künstlich mit Hilfe von Pilzen erzeugtes Laktase-Enzym hinzugefügt wird, das die Laktose in der Milch bereits im Tank aufspaltet. Da dies jedoch nicht hundertprozentig gelingt, wird bei diesen Produkten grundsätzlich darauf hingewiesen, dass sie weniger als 0,1 % Laktose enthalten. Sofern man nicht literweise Milch trinkt, ist dies in den meisten Fällen auch bei ausgeprägter Laktose-Intoleranz unbedenklich.

Auch bei Joghurt empfiehlt es sich, bei einer Intoleranz zu laktosefreien Produkten zu greifen, ebenso bei Frischkäse. Bei Butter ist auszutesten, ob es nötig ist, die sehr viel teurere laktosefreie Butter zu kaufen, denn auch »normale« Butter enthält nur 0,6% Laktose. Sofern man sich die Butter nicht fingerdick auf das Brot schmiert, sollte dies also kein Problem darstellen. Wenn Sie jedoch einen Butterkuchen backen, von dem Sie große Stücke essen, kann es sinnvoll sein. Bei Hart- und Weichkäse ist die Wahl von laktosehaltigen Produkten nicht erforderlich, denn diese Sorten enthalten durch den Herstellungsprozess, bei dem Milchsäurebakterien zum Einsatz kommen, ohnehin nicht mehr Laktose als die teuren (und nach meinem Dafürhalten geschmacklosen) laktosefreien Varianten.

Bei Milch, Joghurt und Sahne ist zu berücksichtigen, dass sie etwas süßer schmecken als ihre laktosehaltigen Pendants. Dies liegt daran, dass die Süßkraft das Spaltbausteins Glukose höher ist als die der Laktose selbst. Es wird ja, wie oben beschrieben, nichts aus der Milch entfernt, sondern die Laktose nur in die Bestandteile aufgespalten. Deshalb erscheinen Milch, Joghurt und Sahne süßer, obwohl kein Zucker hinzugefügt wurde. Übrigens enthält die laktosefreie Milch, auch wenn sie süßer schmeckt, nicht mehr Kalorien als die laktosehaltige. Aber man kann Kalorien sparen, wenn man laktosefreie Schlagsahne statt laktosehaltiger verwendet, weil man diese dann nicht mehr zusätzlich süßen muss.

Falls Sie zu den Menschen mit Laktose-Intoleranz gehören, empfiehlt es sich – falls Sie überhaupt Milch verzehren wollen – auf jeden Fall, laktosefreie Produkte zu verzehren. Sie schonen damit Ihre Darmflora und Ihre Darmschleimhaut. Es kann auch vorteilhaft sein, wenn Sie an anderen Intoleranzen leiden (z.B. Fruktose- oder Oligosaccharid-Intoleranz) oder auch an einer Dünndarmfehlbesiedelung, die Verdauung mit laktosefreien Milchprodukten zu entlasten. Da auch bei laktosetoleranten Menschen bei der Verdauung von Milchzucker die Aufspaltung nie hundertprozentig funktioniert und immer kleinere Restmengen unaufgespalten in den Dicksarm gelangen, können Sie die Gesamtmenge an problematischen Stoffen minimieren.
 
Schafs- und Ziegenmilch

Milch von Schafen und Ziegen ist eigentlich für die Lämmchen und Zicklein gedacht – so wie die Kuhmilch für die Kälbchen. Trotzdem wird Schafs- und Ziegenmilch genauso für den menschlichen Verzehr angeboten, wie die Kuhmilch.

Manch einer denkt, dass Schafs- und Ziegenmilch laktosefrei sei. Dies ist falsch! Kuhmilch enthält – je nach Haltungs- und Fütterungsform etwa 4,8% bis 5% Laktose. Schafs- und Ziegenmilch enthalten mit etwa 4,7% bzw. 4,2% nur unwesentlich weniger und auf jeden Fall genug, um Probleme bei einer Laktose-Intoleranz zu erzeugen.

Bei einer Kuhmilch-Allergie ist es aber auf jeden Fall einen Versuch wert, zu Schafs- oder Ziegenmilchprodukten zu greifen, denn bei einer Allergie erzeugen nicht der Milchzucker, sondern die Proteine die Beschwerden. Da sich die Eiweiße von Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch unterscheiden, kann es sein, dass ein Allergiker andere Milchsorten verträgt. Falls Sie jedoch bei Kuhmilch schwere allergische Reaktionen gehabt haben, sollten Sie die Versuche mit der anderen Milch jedoch zu Ihrer Sicherheit nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen.

Ein Vorteil von Schafs- und Ziegenmilch könnte jedoch für alle – egal, ob man Intoleranzen oder Allergien oder keines von beidem hat – darin bestehen, dass Schafs- und Ziegenmilch sehr häufig auf kleineren Höfen von engagierten Bäuerinnen und Bauern erzeugt wird, die in den meisten Fällen auch noch ökologische Gesichtspunkte beachten. Von einer Massentierhaltung für Schafe oder Ziegen habe ich noch nichts gehört. Wenn man den etwas anderen Geschmack insbesondere der Ziegenmilch mag, ist dies unter vielen Gesichtspunkten vielleicht die bessere Alternative beim Milchverzehr.
 
Hinweis zur Medikamenteneinnahme mit Milch

Bei den meisten Medikamenten wäre es höchstwahrscheinlich unproblematisch, sie mit Milch einzunehmen. Es gibt jedoch Wirkstoffgruppen, die sich nicht mit den Bestandteilen der Milch vertragen und deren Wirksamkeit in Zusammenhang mit Milch beeinträchtigt werden kann.

Hierzu zählt beispielsweise Tetracyclin, ein Antibiotikum, das mit dem Kalzium aus der Milch eine Verbindung eingehen kann, die nicht mehr durch die Darmwand aufgenommen werden kann. Somit wäre die Wirksamkeit des Mittels nicht mehr (oder nicht mehr in vollem Umfang) gewährleistet. Bei Einnahme von Antibiotika aus der Tetracyclin-Gruppe muss deshalb ein zeitlicher Abstand zwischen der Einnahme des Medikaments und dem Verzehr von Milch(produkten) von mindestens 2 Stunden eingehalten werden. Die gleiche Wirkung haben natürlich auch mit Kalzium angereicherte Fruchtsäfte.

Auch bei der Einnahme von MAO-Hemmern, enthalten in so genannten Psychopharmaka gegen Depressionen und Angststörungen, sollte auf den gleichzeitigen Verzehr von Milch und Milchprodukten verzichtet werden (ebenso wie generell auf sehr eiweißhaltige und auch geräucherte Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch (insbesondere Fischkonserven) und Räucherwurst). Der in diesen Nahrungsmitteln enthaltene Stoff Tyramin kann bei Einnahme von MAO-Hemmern nicht mehr ausreichend abgebaut werden und reichert sich im Körper an, was u.U. schwerwiegende Folgen wie beispielsweise Bluthochdruck bis hin zu Hirnblutungen nach sich ziehen kann.

Auch der aufgeklärteste Patient kann oftmals nicht wirklich entscheiden, ob ein Medikament ohne Probleme mit Milch zusammen eingenommen werden kann, zumal ständig neue Wirkstoffe auf den Markt kommen. Es wird zwar in den Waschzetteln meist erwähnt, wenn das Präparat nicht mit Milch eingenommen werden soll, aber viele Neben- und Wechselwirkungen werden dort leider nicht erwähnt.

Wenn Sie auf der sicheren Seite bleiben wollen, empfehle ich Ihnen, grundsätzlich keine Medikamente mit Milch einzunehmen, sondern immer nur Wasser zu verwenden, da es durchaus auch Probleme mit anderen Getränken wie beispielsweise Grapefruitsaft und selbstredend natürlich auch alkoholischen Getränken geben kann.



 
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