Letzte Aktualisierung: 6.3.2025

Das Internet –

was können Suchmaschinen und KI für Ihre Gesundheit leisten und was nicht?
Die Ursprungsform dieses Beitrags entstand bereits vor einigen Jahren, und Sie kennen sie vielleicht schon. Die Inhalte haben aber seitdem nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil: gerade durch das rasante Aufwachsen der Künstlichen Intelligenz (KI) wird es immer wichtiger, den Blick für die Vorteile, vor allem aber auch auf die Gefahren dieser Möglichkeiten gerade für Fragen rund um die (eigene) Gesundheit zu schärfen. Somit finden Sie jetzt hier eine aktualisierte Ausgabe und ich lade Sie herzlich ein, diesen Beitrag (wieder einmal) zu lesen.

Immer häufiger suchen Menschen mit gesundheitlichen Problemen Rat im Internet. Anhand der verschiedenen Symptome kann mit Suchmaschinen wie Google und Co. und der sogenannten »Künstlichen Intelligenz« geschaut werden, welche Informationen hierzu im Netz zu finden sind.

Das ist zuerst einmal eine gute Sache. Das Problem und die Schwierigkeit aber ist es dabei zu unterscheiden, welche Informationen seriös sind und welche nicht. Denn leider posten viele Menschen auch Sachverhalte, die entweder nur auf deren ganz individuelle Situation zutreffen oder aber solche, die schlichtweg falsch sind. Und auch eine KI – zumindest die offen zugängliche – stützt sich in der Regel nur auf solche mehr oder weniger belastbaren Quellen, so dass die Ergebnisse dementsprechend sind.

Oftmals widersprechen sich Ratschläge auch – hier sind beispielweise auch die zahlreichen Listen zu nennen, in denen verträgliche und unverträgliche Lebensmittel bei den verschiedenen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten zu nennen. Was darf ich denn nun essen und was nicht?

Wie also kann ein Suchender und Fragender, der im Zweifelsfalle immer ein Laie in Bezug auf diese Themem ist, unterscheiden, welche Informationen wirklich hilfreich sind und welche schlichtweg in die Irre führen?

Informationsquelle überprüfen

Wenn man Informationen selbst über eine Suchmaschine finden möchte, sollte man zuerst einmal die Quelle der Informationen bzw. noch besser verschiedene Quellen auf ihre Glaubwürdigkeit überprüfen. Verschiedene Institute, aber auch Arztpraxen, Heilpraktiker, Ernährungs- und Ganzheitliche Gesundheitsberater präsentieren im Internet nicht nur ihre Leistungen, sondern stellen oft auch gleichzeitig grundlegende Informationen zu ihren Schwerpunkten auf ihren Homepages zur Verfügung. Solche Quellen rangieren auf der Glaubwürdigkeitsskala recht weit oben – was nicht heißt, dass es leider auch hier (sehr) schwarze Schafe geben kann.

Dann gibt es verschiedene Foren für Ärzte, Apotheker und Patienten (unter vielen anderen z.B. DocCheck) oder auch die Homepages von medizinischen Fachverlagen, die viele – in den meisten (aber auch nicht allen) Fällen – gut belastbare Informationen liefern.

Auch Selbsthilfegruppen, die sich auf bestimmte Erkrankungen spezialisiert haben und ihr Wissen auf einer Homepage veröffentlichen, sind auf jeden Fall ernst zu nehmen.

Wikipedia, die Plattform, auf der jedermann sein Wissen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen kann, ist zwar in den überwiegenden Fällen seriös – schon allein deshalb, weil die Beiträge auch von vielen weiteren Personen ergänzt, überarbeitet und berichtigt werden können – aber es kann auch hier durchaus vorkommen, dass definitiv falsche Behauptungen unzensiert und unkommentiert stehen bleiben. Oftmals finden hier auch regelrechte Kleinkriege statt zwischen den Urhebern der Beiträge und Menschen, die diese Artikel verändern wollen, weil die Autoren auf ihrer Meinung beharren. Sie löschen dann flugs die Korrekturen, um ihre Informationen weiterhin dort unzensiert stehen zu lassen und konterkarieren mit diesem Verhalten die eigentliche Funktionalität dieser Gemeinschaftsplattform. Erkennbar ist so etwas (oben rechts) an der Versionsgeschichte eines jeden Beitrags. Vorsicht und besondere Aufmerksamkeit ist hier also auf jeden Fall geboten, bevor man einen solchen Beitrag für bare Münze nehmen sollte.

Je mehr Quellen man aufsucht und je mehr davon in ihren Informationen übereinstimmen, desto besser. Fake News und Unsinn werden zwar gerne durch Trolle breiterflächig ausgestreut, jedoch kann insgesamt mit Aufmerksamkeit und kritischem Blick durchaus erkannt werden, was stimmig sein könnte und was eben nicht.
 

Internetforen (z.B. Facebookgruppen)

Problematisch können in meinen Augen Internetforen wie z.B. geschlossene Facebookgruppen sein, in denen – meist zu ganz bestimmten Themen – Betroffene selbst Fragen stellen können, die dann von der Community des Forums beantwortet werden. Mit Sicherheit werden hier oft auch gute Ratschläge gegeben, und je enger das Leitthema einer solchen Gruppe gefasst ist, desto besser wird in der Regel auch die Qualität der Antworten.

Oft aber sind die Ratschläge nur auf die ganz individuelle Situation des Ratgebenden zugeschnitten und können eben nicht 1:1 auf jeden anderen Betroffenen übertragen werden. Und last but not least gibt es in diesen Foren auch immer wieder Empfehlungen, die absolut falsch sind. Es kann hier also sein, dass Sie einen guten Rat bekommen, aber genauso kann es sein, dass Ratschläge nicht nur falsch, sondern auch richtig gefährlich sein können. Es werden hier zwar sehr häufig genau diese gefährlichen Empfehlungen dann von den jeweiligen Moderatoren und auch von anderen Forenteilnehmern kommentiert, aber nicht immer sind diese Kontrollinstanzen selbst kompetent – oder die Korrekturen kommen verspätet, so dass der Fragende sie gar nicht mehr liest.

Es passiert in solchen Foren auch häufig – insbesondere bei Präparaten, die genannt werden – dass diese mit der Suchfunktion der Gruppe wieder hervorgekramt werden und für eine gänzliche andere Konstellation für vermeintlich gut und empfehlenswert gehalten werden. Das ist im einfachsten Falle nur unwirksam und rausgeworfenes Geld. Im schlimmsten Falle kann dies auch richtig »daneben gehen«.

Ein Fragesteller, der selbst Ahnung von der Materie hat, könnte hier die Spreu vom Weizen trennen. Aber es liegt ja gerade in der Natur der Sache, dass die Fragenden eben diese Ahnung (noch) nicht oder nicht in ausreichendem Umfang haben. So ist die Gefahr groß, dass man sich auf Fehlinformationen verlässt und im Ernstfalle seiner Gesundheit eher schadet als nützt.

Eine weitere Gefahr solcher Foren sehe ich darin, dass sich Fragesteller mit Hilfe der Antworten aus der Gruppe bereits fertige »Diagnosen« zurechtlegen und dann (im schlechtesten Falle) selbst »therapieren« oder (in einem nicht ganz so schlechten Fall) damit zu einem Therapeuten oder Berater gehen. In ersterem Falle wird eine solche Vorgehensweise vielleicht »nur« nichts nützen und wahrscheinlich sehr teuer sein bzw. kann u.U. auch so richtig ins Auge gehen. In letzterem Falle ist es selbstverständlich eine gute Sache, wenn aufgrund der Internet-Informationen vielleicht bereits bestimmte Tests durchgeführt wurden, so dass man diese, sofern sie tatsächlich geeignet waren, mit in die Beratung einbeziehen kann. Gut durchgeführte und belastbare Untersuchungsergebnisse können bares Geld sparen und müssen selbstverständlich nicht wiederholt werden. Jedoch sollte sich der Patient bzw. Klient nicht der Chance berauben, eine weitere, möglichst unbeeinflusste Meinung einzuholen. Deckt sich diese mit der zuvor gestellten Diagnose – umso besser. Kommt der Therapeut/Berater zu einem anderen Ergebnis, wäre dies genau zu hinterfragen.

Immer wieder erlebe ich aber auch, dass Klienten mit Vorschlägen für Präparate oder sogar bereits gekauften Mitteln in meine Beratung kommen. Jeder Behandler und Berater hat ein Portfolio an für seine Schwerpunktgebiete geeigneten Produkten, deren Inhaltsstoffe und deren Vor- und Nachteile er genau kennt (kennen sollte). Hier kann dann genau erklärt werden, warum gerade dieses oder jenes Präparat für genau diese Indikation das richtige ist. Meine Empfehlung wäre, dass Sie sich die Argumente mindestens zunächst einmal anhören. Es gibt mittlerweile Tausende von verschiedenen Produkten, die sich jedoch allesamt in ihren Zutaten – vor allem bei den Zusatz- und Hilfsstoffen – unterscheiden (bitte lesen Sie hierzu auch die Beiträge »Grundsätze zu Nahrungsergänzungsmitteln« und »Probiotika – mit Präzision oder nach dem Gießkannenprinzip?«). Man kann nicht von einem Berater oder Therapeuten erwarten, dass er alle diese Präparate kennt, und es kann auch nicht erwartet werden, dass er sich außerhalb der Beratungszeit über diese mitgebrachten Mittel schlau macht. Ich selbst halte es in meinen Beratungen so, dass ich, falls die Produkte bereits vorhanden sind, mir die, deren Anwendungsgebiet passt und die ich noch nicht kenne, während der Beratungsstunde im Internet anschaue, um zu entscheiden, ob das Mittel geeignet sein könnte oder eher nicht. So kann dann eventuell ein bereits erworbenes Produkt vielleicht doch genutzt werden. Allerdings fehlt hier logischerweise ein tieferer Einblick in spezielle Besonderheiten, die nicht auf jedem Beipackzettel stehen und die ich häufig nur mit zeitintensivem Nachfragen direkt bei den Herstellern ermitteln kann. Wenn ich ein Produkt bereits auf den ersten Blick nicht für geeignet halte, begründe ich diesen Rat, so dass er nachvollziehbar ist und empfehle eine Alternative. Ein nicht eng abgestimmtes Präparat dürfte für die Besserung der Beschwerden jedenfalls nicht das Optimum sein.
 

Künstliche Intelligenz (KI)

Ein Thema, das immer mehr an Aktualität gewinnt, ist die KI – die sogenannte »Künstliche Intelligenz«. Auch und gerade im Gesundheitsbereich wird der Einsatz immer wichtiger, und ich möchte mich deshalb in diesem Beitrag auch nur auf diesen Bereich fokussieren.

Grundsätzlich gibt es ethische Gesichtspunkte und auch datenschutzrechtliche Aspekte bei der KI zu beachten – egal, ob im Gesundheits- oder in jedem anderen Bereich, in dem die KI eingesetzt werden kann. Dieses weite und wichtige Feld möchte ich hier an dieser jedoch nicht thematisieren, bin mir jedoch bewusst, dass zumindest in Ländern wie den USA und China, die Hauptanbieter der KI-Programme sind bzw. derzeit werden, die Ethik und Datenschutz nicht den Stellenwert erhalten, der eigentlich unerlässlich sein müsste.

Auch im Hinblick auf die Umwelt gäbe es bei der Benutzung der KI einiges anzumerken, denn eine Suche über ein KI-System frisst durch die intensivere Durchforstung zahlreicher Quellen etwa das Zehnfache an Strom als eine Google-Suche. Deshalb wäre zu überdenken, ob und ggf. wann man eine KI-Anfrage stellt oder ob es nicht vielleicht sinnvoller ist, zuerst eine Suchmaschine zu bemühen. Und dass es keineswegs einfacher und müheloser ist, sich Fragen von einer KI beantworten zu lassen als über eine Suchmaschinezu schauen, möchte ich im Folgenden gerne belegen.

Zurück zum Einsatzbereich der KI im Gesundheitsbereich: Beginnen wir mit dem Einsatz der KI in geschlossenen Systemen: Ein Hautarzt beispielsweise kann sich bei der Bewertung bestimmter Bilder unterstützen lassen, um zu ermitteln, ob es sich bei einer Hautveränderung um etwas Bösartiges handelt oder eher nicht. Der Quellenpool, aus dem sich die KI bedient, wurde zuvor mit zahlreichen Bildern und – vor allem – mit den dazugehörigen fachlichen Bewertungen gefüllt. Aus diesem Grunde ist auch das Ergebnis, das die KI ausgibt, qualifiziert. Zudem wird jeder so ermittelte »Befund« noch einmal von dem Facharzt überprüft, so dass letztendlich über das Endergebnis – den Endbefund – der Facharzt mit seiner menschlichen Expertise entscheidet.

Anders sieht es bei den für »Otto Normalverbraucher« zugänglichen offenen KI-Tools aus. In der großen Mehrzahl ist (derzeit noch) das jedem sogar in einer (abgespeckten) kostenlosen Variante zur Verfügung stehende Programm ChatGPT von der Firma OpenAI die meist erste Wahl, wobei sich hier das Angebot rasant vergrößert und Systeme wie u.a. DeepSeek aus China und viele weitere die Märkte erobern.

ChatGPT zum Beispiel gibt die Möglichkeit, Fragen in Textform zu stellen, und man bekommt in Echtzeit Antworten. Bei der Suche nach Auskünften bedient sich ChatGPT aus einem riesigen Pool von Informationen, der mit Beiträgen aller Art aus dem World Wide Web gefüllt wird, die Internet-User auf unzähligen Plattformen eingestellt haben. Der ein oder andere Beitrag wird sicherlich Hand und Fuß haben, viele Quellen aber sind Beiträge und Fragen von Laien – denn wer befragt schon eine Künstliche Intelligenz zu etwas, worüber man schon Bescheid weiß? Und – und das ist entscheidend – auch die Antworten werden in der überwiegenden Mehrzahl von Laien gegeben. »Ich glaube, es könnte so oder so sein« oder »ich habe die Erfahrung gemacht, dass…« sind häufige Antworten, wenn man sich die Mühe macht, in einschlägigen Interessenten-Foren zu stöbern.

Auch auf die bewusst ins Netz gestellten »Fake News« muss an dieser Stelle eingegangen werden, denn auch diese Falschinformationen gehören ja zum Quellenpool. Je massenhafter solche Falschmeldungen sind, desto relevanter werden sie in einer KI-Suche und rutschen für die »richtige« Antwort immer weiter nach oben, da die KI die Beiträge in diesem Pool nicht bzw. nicht ausreichend sortieren und nicht unterscheiden kann, ob die Angaben korrekt oder substanzlos sind.

Somit sind deshalb erfahrungsgemäß auch die Ergebnisse allzu oft durchwachsen. Wie oft die Auskünfte brauchbar sind, oder aber auch einfach nur der blanke Unsinn, mag ich nicht prozentual bewerten.

Das größte Problem bei der Bewertung der Belastbarkeit von Antworten durch KI ist es aber nicht unbedingt, dass Spreu und Weizen wild durcheinandergemischt sind, sondern eben die Spreu vom Weizen trennen zu können. Gerade in Zeiten, in denen nicht nur seriöse Menschen und Staaten, sondern auch größte Schurken auch KI-Systeme steuern, ist allergrößte Wachsamkeit essentiell wichtig.

Grundsätzlich keine Schwierigkeiten bei der Unterscheidung dürften all diejenigen haben, die bereits Kenntnisse über einen Sachverhalt haben. Für diese User kristallisiert sich rasch klar und deutlich heraus, was plausibel ist und was nicht. Wer aber eben (noch) nicht im Bilde ist und sein Wissen erweitern möchte – und das sind ja eben in der Regel diejenigen, die ChatGPT und Co. befragen – werden es sehr schwer haben, die stimmigen Antworten und die unsinnigen Angaben auseinanderzuhalten und für sich nur die hilfreichen Bereiche aus einer Antwort herausfiltern zu können.

Selbstverständlich kann man die Belastbarkeit von Antworten steigern, indem man die Fragen möglichst präzise formuliert. Je eindeutiger die Frage gestellt wird, desto besser wird das Ergebnis sein. Aber auch hier ergibt sich wieder das gleiche Problem wie oben: wenn man bereits viel über einen Sachverhalt weiß, fällt es leichter, eine Frage exakte zu formulieren. Je weniger man jedoch über das Problem weiß – was ja legitim und eben der Sinn einer Frage ist – desto ungenauer wird auch die Fragestellung sein, und desto ungenauer fällt dann auch die Antwort der Künstlichen Intelligenz aus. Leider beißt sich dann genau an dieser Stelle die Katze in den Schwanz, denn der uninformierte Fragesteller kann wieder nicht unterscheiden, ob bzw. welcher Teil der Antwort brauchbar ist und welcher nicht. Derjenige aber, der es ohnehin schon wusste, kann mühelos selektieren.

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Transparenz: woher stammt eine Information, die die KI ausgibt. Es ist möglich, sich mit der Fragestellung gleichzeitig die jeweiligen Quellen angeben zu lassen. Nur erstens, wer macht dies schon und zweitens, wer überprüft diese Quellen dann auch? Ja, selbstverständlich ist das möglich, aber all dies macht Arbeit, die man sich ja durch die Nutzung der Künstlichen Intelligenz gerade ersparen möchte und verhindert ein einfaches und schnelles Ergebnis. Zudem wird erfahrungsgemäß – wenn überhaupt – nur wenig mehr als eine Quelle angegeben, so dass dies die Belastbarkeit noch weiter schmälert. Für mich persönlich wären erst mehrere Ergebnisse, die ich gegeneinander abwägen kann, der Garant dafür, ob bzw. inwieweit ich etwas für belastbar einstufe oder eben auch nicht.

Die KI macht es einem scheinbar noch einfacher, denn man kann Fragen direkt formulieren und bekommt fertige Antworten. Bei so viel »Komfort« kann es nur allzu leicht passieren, dass man auch hier – und insbesondere hier – die erforderliche Sorgfalt zur Überprüfung vergisst.
 

Vielfältigkeit der Informationen

Ich möchte keineswegs so verstanden werden, dass ich generell davon abraten möchte, sich im Internet über gesundheitliche Probleme schlau zu machen! Ganz im Gegenteil: Ich halte es für einen großen Fortschritt, dass man mit wenigen Mausklicks und zu jeder Zeit viele Informationen und Antworten über ein bestimmtes Thema finden kann. Ich möchte aber dringend darauf hinweisen, dass man zumindest versuchen sollte, aus möglichst vielen Quellen die verschiedensten Meinungen zu sammeln und dann zuerst einmal selbst anhand der Seriosität der Quellen zu entscheiden, was glaubhaft sein könnte und was nicht.

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie war dies besonders deutlich geworden: Manche Menschen bewegen sich ausschließlich in ihrer »Blase« und nehmen nur zur Kenntnis, was ihre eigene, vorgefertigte Meinung bestärkt. Sie sind nicht bereit, sich auch andere Meinungen anzuschauen, um dann aus dem breiten Angebot belastbare Informationen herauszuarbeiten. Dies ist gefährlich und verhindert, dass man die Stärken des Internets wirklich für sich nutzt.

Einige Menschen erwarten auch, dass sie mit einer einzigen Frage, die sie in bestimmten Frage- und Antwortforen stellen, ihre Antwort gleich maßgeschneidert und quasi auf dem Silbertablett serviert bekommen. Dies ist ein besonders verhängnisvolles Vorgehen! Natürlich kann es auch hier sein, dass zufällig ein Fachmann diese Frage liest und fundiert beantwortet. In den überwiegenden Fällen jedoch liest man hier völlig inkompetente Antworten – gegeben meist von den Heerscharen der sich hinter ihren Pseudonymen versteckenden Menschen – die der Fragesteller dann vielleicht für bare Münze nimmt. Er wird dann ggf. keine weiteren Auskünfte mehr einholen und so die Gelegenheit versäumen, eventuell im Netz auf richtigere und nützlichere Informationen zu treffen. Unter Umständen werden dann sogar wichtige Maßnahmen versäumt, die zur Wiederherstellung der Gesundheit unerlässlich sind.

Nicht zu vergessen sind in solche in solchen Foren auch die (unseriösen) Firmen, die häufig mitlesen und dann – selbstverständlich auch unter Pseudonym und unerkannt – dazu raten, dieses oder jenes ach so wirksames und geeignetes Mittel zu kaufen, mit dem man selbst »gute Erfahrungen« gemacht hat. Dies ist eine perfide Methode, den eigenen Profit zu steigern, ohne Rücksicht darauf, ob die Mittel tatsächlich geeignet sind. Es geht hierbei nur um Verkauf, nicht etwa um kompetenten Rat, denn ein solcher Rat kann ja nur gegeben werden, wenn man Kenntnis von der Anamnese hat. Manchmal ist solche verdeckte Werbung dermaßen platt formuliert oder der »Ratgeber« zufällig erst seit wenigen Tagen dabei, dass er sich so selbst entlarvt. Gelegentlich aber sind die Beiträge so geschickt verfasst, dass die verzweifelten Fragesteller darauf hereinfallen und sich (im Zweifelsfalle ungeeignete) Mittel für viel Geld kaufen. Auch hier schützen das Einholen und gegeneinander Abwägen von mehreren Quellen vor unüberlegten Entscheidungen und Ausgaben.
 

Kompetenten Rat einholen

Wie gesagt: Ich halte es für richtig, sich im Internet schlau zu machen. Gerade im Gesundheitsbereich ist es wichtig, sich mit einem nachweislich kompetenten Berater – also je nach Art der Probleme und Symptome mit einem Arzt, Heilpraktiker, Ernährungs- oder spezialisierten Ganzheitlichen Gesundheitsberater – zusammenzusetzen und zu beraten, welche Erkrankung überhaupt vorliegt, welche diagnostischen Maßnahmen sinnvoll und welche Behandlungsformen geeignet sind.

Mit dieser Beraterin/diesem Berater können Sie nun auf Augenhöhe sprechen, denn Sie sind nicht mehr der uninformierte Patient oder Klient, der sich ohne Vorwissen blind auf die Ratschläge des Gesprächspartners verlassen muss, sondern Sie haben sich (im besten Falle) bereits über die verschiedenen Möglichkeiten schlau gemacht. Eine wertvolle Hilfe aber ist es, dass Ihr Berater, der ja über die Materie Bescheid weiß (oder wissen sollte), für Sie oder mit Ihnen trennen kann, was richtig und was falsch oder (für Sie) ungeeignet ist.
 

Ggf. eine zweite Meinung einholen

Entweder vertrauen dann Sie diesem Menschen, oder aber Sie holen sich eine zweite Meinung ein. Selbst unsere gesetzlichen Krankenkassen, die ja nicht unbedingt für Freigiebigkeit bekannt sind, räumen Ihnen die Möglichkeit ein, sich bei anderen Ärzten eine zweite Meinung einholen zu können (bitte lesen Sie hierzu auch den Beitrag »Wie finde ich einen qualifizierten Arzt?«).

Bei Heilpraktikern, Ernährungs- und Ganzheitlichen Gesundheitsberatern müssen Sie leider die Kosten selbst tragen, es lohnt sich aber auf jeden Fall zu entscheiden, ob Sie dem Ratschlag folgen oder einen weiteren einholen wollen. Bei den Gesprächen, bei denen sich die Beraterinnen und Berater in der Regel ja sehr viel mehr Zeit nehmen (können) als ein Arzt oder eine Ärztin, bekommen Sie meistens aber recht rasch ein Gefühl dafür, ob die Person Ahnung von der Materie hat oder eher nicht. Im Idealfall hat die oder derjenige auch eine Internet-Präsenz, anhand derer Sie sich schon im Voraus über die Qualifikation und Arbeitsweise informieren können. Und Mund-zu-Mund-Propaganda kann ebenfalls helfen.

Grundsätzlich sollte es jeder Berater begrüßen, einen »aufgeklärten Patienten« vor sich zu haben. Früher, als sich ein Arzt noch als der »Halbgott in Weiß« fühlte, waren Patienten eher als mehr oder weniger dankbare Befehlsempfänger geduldet. Die meisten Ärzte heute finden es gut, einen informierten Gesprächspartner vor sich zu haben. Leider jedoch ist – insbesondere bei Kassenpatienten – die Zeit der Ärzte begrenzter, so dass auch heute noch ab und an Mediziner zu finden sind, die zu wenig Geduld haben, alle Fragen zu beantworten, die durch die vielen zuvor eingeholten Informationen aufgetaucht sind. Versuchen Sie bitte trotzdem darauf zu bestehen, alle Ihre Fragen ausführlich und verständlich beantwortet zu bekommen.

Fair wäre es allerdings, bereits vorab für sich selbst möglichst logisch und stimmig abzuklären, was für Sie richtig und vertretbar sein könnte. Ziehen Sie hier ggf. auch neben den Informationen aus dem Internet weiterführende Literatur zurate, bei der dann doch meist eine größere Wahrscheinlichkeit der Seriosität besteht. Je breiter Sie Ihre Recherche anlegen, desto ernster werden Sie von Ihrem Arzt genommen.
 

Hilfe für »umsonst«?

Ratschläge im Internet sind in der Regel umsonst – mit der Bedeutung von kostenlos. Dies ist neben der Vielfältigkeit und vor allem neben der ständigen Verfügbarkeit einer der Hauptgründe, warum Menschen sich über gesundheitliche Probleme im Internet informieren.

Natürlich sind auch die Ratschläge bei Ihrem Arzt »umsonst« – zumindest scheinbar, denn Sie zahlen ja vorab Ihre Beiträge in die gesetzliche oder auch private Krankenversicherung ein. Der Arztbesuch selbst kostet dann (meist) nichts.

Beratungen bei Heilpraktikern, Ernährungs- und Ganzheitlichen Gesundheitsberatern sind in der Regel nicht kostenlos, selten werden die Honorare – und dann auch nur anteilig – von den Krankenkassen übernommen.
 

Zeit für Sie

Im anderen Sinne des Wortes allerdings ist eine solche Beratung nicht umsonst: Unter der Voraussetzung, dass Sie einen auf Ihre Probleme spezialisierten Berater gefunden haben, kann ein solches Gespräch teilweise sehr viel mehr bringen als eine der o.a. kostenlosen Möglichkeiten, denn diese Berater nehmen sich in der Regel viel Zeit für Sie und schneiden ihre Ratschläge insbesondere im Gegensatz zum anonymen Internet ganz auf Ihre individuellen Probleme zu.

Die Zeit eines Arztes wird in den meisten Fällen leider begrenzt sein – gerade, wenn Sie ein Kassenpatient sind. Vor dem Hintergrund einer in meinen Augen mangelhaften Vergütungspraxis der Krankenkassen sollten Sie dafür allerdings Verständnis haben, denn der Arzt muss sein Personal und die Miete für seine Räume bezahlen und bekommt trotz allem für jeden Patienten nur eine Pauschale – egal, wie lange er diesen berät.

Mehr Zeit werden Heilpraktiker, Ernährungs- und Ganzheitliche Gesundheitsberater haben. Aber leider werden Sie die Leistungen dieser Fachkräfte in den allermeisten Fällen selbst bezahlen müssen. Eine solche Investition kann sich aber durchaus lohnen, denn diese Berater können sehr viel intensiver auf Sie eingehen. Wichtig ist aber ganz besonders hier, dass Sie Berater finden, die auf Ihr Problem spezialisiert sind, denn die Kosten für eine Beratung von jemandem, der sich bei Ihrer Erkrankung nicht auskennt, wären dann tatsächlich »umsonst« und rausgeschmissenes Geld.

Übrigens sind genau für diese Empfehlungen die Internetforen gut geeignet. Hier können Sie in der Community fragen, ob jemand einen geeigneten Therapeuten oder Berater möglichst in der Gegend kennt oder ob jemand bekannt ist, der auch online berät. Hier kann man sich dann auch genauer über Methoden und Vorgehen austauschen und hinterfragen, warum die Ratschläge als hilfreich oder eben weniger gut empfunden wurden.
 

Kompetenz im Voraus abklären

Deshalb sollten Sie immer im Voraus abklären, ob der von Ihnen ins Auge gefasste Berater – sei es ein Arzt, ein Heilpraktiker, Ernährungs- oder Ganzheitlicher Gesundheitsberater – die Kompetenz besitzt, Sie in Ihrem ganz speziellen Fall zu beraten. Und hier werden Ihnen in vielen Fällen die Informationen, die Sie über das Internet sammeln konnten, weiterhelfen. Sie werden hier sicherlich zumindest rudimentäre Grundlagen aber evtl. auch Wichtiges zu diagnostischen Maßnahmen erfahren haben, so dass Sie am Telefon mit den richtigen Fragen ermitteln können, ob Ihr Gesprächspartner überhaupt auf diese Erkrankung spezialisiert ist und welche Diagnostik er anwendet.

Falls Sie kein gutes Gefühl haben, suchen Sie sich einen anderen Berater. Oftmals muss man lange auf Termine warten. Wenn Sie dann an jemanden geraten, dessen Ratschlag Ihnen nicht weiterhilft, wäre dies ärgerlich, denn Sie haben wertvolle Zeit verloren. Wenden Sie deshalb bereits im Vorfeld bei der Suche nach einem geeigneten Berater größte Sorgfalt an.

Wer nicht bereit ist, vorab am Telefon Auskunft darüber zu erteilen, über welche Kompetenzen er verfügt und welche Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung er anbietet, wäre zumindest für mich kein geeigneter Kandidat. Bitte suchen Sie vor einem Anruf oder einer eMail aber bitte fairerweise immer nach einer möglichen Internet-Präsenz, damit die Beraterin oder der Berater nicht jedem Anrufer das Gleiche erzählen muss. Danach sind viele Fragen dann oft schon geklärt und man kann auch gleich viel zielführender die nur noch wenigen ausstehenden Fragen besprechen.

 
Meine Beratung

Ich selbst informiere Sie unter dem Menüpunkt Beratung über meine Schwerpunkte, so dass Sie erkennen können, ob ich für Ihre Probleme die richtige Ansprechpartnerin sein könnte. Und wahrscheinlich haben Sie auf dieser Website schon viele Informationen finden können, so dass Sie sich ein Bild von meinen Qualifikationen machen können. Schauen Sie sich bitte auch gerne meine Vita an, so dass Sie sehen können, auf welche Vor-, Aus- und Fortbildungen sich meine Qualifikation stützt.

Wenn Sie sich von mir beraten lassen möchten, freue ich mich sehr, wenn Sie viele Informationen mitbringen, die ich dann gerne mit Ihnen zusammen ordne. Ich begrüße es sehr, Klienten beraten zu dürfen, die sich schon soweit es geht schlau gemacht haben. Unser gemeinsames Ziel ist es dann, dass Sie vorhandene Beschwerden möglichst rasch loswerden oder solche gar nicht erst entstehen lassen. Meine Beratungen sind – anders, als es auch die besten Internet-Informationen sein können – immer individuell und ganz persönlich auf Sie zugeschnitten.
 
Fazit

Informationen aus dem Internet können hilfreich sein. Sie haben den Vorteil zu jeder Zeit verfügbar zu sein und sind in großer Vielfalt zu finden. Sie können sich also – bei ausreichender Geduld – sehr breit informieren und verschiedene Meinungen und Möglichkeiten erfahren und ggf. gegeneinander abwägen.

Nachteil dieser Informationsflut ist allerdings, dass man entscheiden muss, was fundiert, was richtig und was falsch und – vor allem – was passend für die eigenen Probleme ist.

Für jede Internetsuche, aber insbesondere auch in Bezug auf die Künstliche Intelligenz lauten mein Fazit und meine Empfehlung: lassen Sie sich gerne von einer KI Antworten auf eine (wohl formulierte) Frage geben. Vergessen Sie aber bitte nie, sich die Quellen anzuschauen und mehrere Möglichkeiten gegeneinander zu stellen. Je mehr seriöse Quellen einen Sachverhalt in gleicher Weise beurteilen, desto belastbarer sind die Ergebnisse. Eine Künstliche Intelligenz zu befragen, kann mit Sicherheit eine gute Möglichkeit sein, sein Wissen zu erweitern, aber das Nachdenken darüber, ob Antworten plausibel sind, kann Ihnen die KI nicht abnehmen.

Gerade im Gesundheitsbereich ist es unerlässlich, das für die eigene Situation Geeignete herauszufiltern. Und dafür braucht es Vorwissen. Ohne ein solches Vorwissen wäre man schutzlos den vielen Falschmeldungen unter den »richtigen« Informationen ausgeliefert!

Informieren Sie sich also bitte gerne, aber lassen Sie sich dann dabei helfen, die für Sie richtige Diagnostik und Behandlung zu finden. Ansonsten spielen Sie leichtfertig mit dem Wertvollsten, was Sie besitzen: mit Ihrer Gesundheit!

Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute!

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