Informationsquelle überprüfen
Wenn man Informationen selbst über eine
Suchmaschine finden möchte, sollte man zuerst einmal
die Quelle der Informationen bzw. noch besser verschiedene Quellen auf ihre Glaubwürdigkeit
überprüfen. Verschiedene Institute, aber auch Arztpraxen, Heilpraktiker,
Ernährungs- und Ganzheitliche Gesundheitsberater präsentieren im Internet nicht
nur ihre Leistungen, sondern stellen oft auch gleichzeitig grundlegende Informationen
zu ihren Schwerpunkten auf ihren
Homepages zur Verfügung. Solche Quellen rangieren
auf der Glaubwürdigkeitsskala recht weit oben – was nicht heißt, dass es leider
auch hier (sehr) schwarze Schafe geben kann.
Dann gibt es verschiedene
Foren für Ärzte, Apotheker und Patienten (unter vielen anderen
z.B.
DocCheck)
oder auch die Homepages von medizinischen Fachverlagen, die viele – in den
meisten (aber auch nicht allen) Fällen – gut belastbare Informationen liefern.
Auch
Selbsthilfegruppen, die sich auf bestimmte Erkrankungen spezialisiert haben
und ihr Wissen auf einer Homepage veröffentlichen, sind auf jeden Fall ernst zu nehmen.
Wikipedia, die Plattform, auf der jedermann sein Wissen der Allgemeinheit zur
Verfügung stellen kann, ist zwar in den überwiegenden Fällen seriös – schon
allein deshalb, weil die Beiträge auch von vielen weiteren Personen ergänzt,
überarbeitet und berichtigt werden können – aber es kann auch hier durchaus
vorkommen, dass definitiv falsche Behauptungen unzensiert und unkommentiert stehen
bleiben. Oftmals finden hier auch regelrechte Kleinkriege statt zwischen den Urhebern der
Beiträge und Menschen, die diese Artikel verändern wollen, weil die Autoren auf
ihrer Meinung beharren. Sie löschen dann flugs die Korrekturen, um ihre Informationen
weiterhin dort unzensiert stehen zu lassen und konterkarieren mit diesem Verhalten die eigentliche
Funktionalität dieser Gemeinschaftsplattform. Erkennbar ist so etwas (oben rechts)
an der Versionsgeschichte eines jeden Beitrags. Vorsicht und besondere Aufmerksamkeit
ist hier also auf jeden Fall geboten, bevor man einen solchen Beitrag für bare Münze nehmen sollte.
Je mehr Quellen man aufsucht und je mehr davon in ihren Informationen übereinstimmen, desto besser.
Fake News und Unsinn werden zwar gerne durch Trolle breiterflächig ausgestreut, jedoch kann insgesamt
mit
Aufmerksamkeit und kritischem Blick durchaus erkannt werden, was stimmig sein könnte und was eben nicht.
Internetforen (z.B. Facebookgruppen)
Problematisch können in meinen Augen
Internetforen
wie z.B. geschlossene Facebookgruppen sein, in denen – meist
zu ganz bestimmten Themen – Betroffene selbst Fragen stellen können, die
dann von der Community des Forums beantwortet werden. Mit Sicherheit werden hier
oft auch gute Ratschläge gegeben, und je enger das Leitthema einer solchen Gruppe gefasst ist,
desto besser wird in der Regel auch die Qualität der Antworten.
Oft aber sind die Ratschläge nur auf
die ganz
individuelle Situation des Ratgebenden zugeschnitten und können eben nicht
1:1 auf jeden anderen Betroffenen übertragen werden. Und last but not least gibt
es in diesen Foren auch immer wieder Empfehlungen, die absolut falsch sind. Es
kann hier also sein, dass Sie einen guten Rat bekommen, aber genauso kann es sein,
dass Ratschläge nicht nur falsch, sondern auch richtig gefährlich sein können. Es
werden hier zwar sehr häufig genau diese gefährlichen Empfehlungen dann von
den jeweiligen Moderatoren und auch von anderen Forenteilnehmern kommentiert, aber nicht immer sind diese Kontrollinstanzen
selbst kompetent – oder die Korrekturen kommen verspätet, so dass der Fragende
sie gar nicht mehr liest.
Es passiert in solchen Foren auch häufig – insbesondere
bei Präparaten, die genannt werden – dass diese mit der Suchfunktion der Gruppe
wieder hervorgekramt werden und
für eine gänzliche andere Konstellation für vermeintlich
gut und empfehlenswert gehalten werden. Das ist im einfachsten Falle nur unwirksam und
rausgeworfenes Geld. Im schlimmsten Falle kann dies auch richtig »daneben gehen«.
Ein Fragesteller, der selbst Ahnung von der Materie hat,
könnte hier die Spreu vom Weizen trennen. Aber es liegt ja gerade in der Natur der
Sache, dass die Fragenden eben diese Ahnung (noch) nicht oder nicht in ausreichendem Umfang
haben. So ist die Gefahr groß, dass man sich auf Fehlinformationen verlässt und
im Ernstfalle seiner Gesundheit eher schadet als nützt.
Eine weitere Gefahr solcher Foren sehe ich darin, dass sich Fragesteller mit Hilfe der Antworten
aus der Gruppe bereits
fertige »Diagnosen« zurechtlegen und dann (im schlechtesten Falle)
selbst »therapieren« oder (in einem nicht ganz so schlechten Fall) damit zu einem Therapeuten
oder Berater gehen. In ersterem Falle wird eine solche Vorgehensweise vielleicht »nur« nichts nützen und wahrscheinlich
sehr teuer sein bzw. kann u.U. auch so richtig ins Auge gehen. In letzterem Falle ist es selbstverständlich
eine gute Sache, wenn aufgrund der Internet-Informationen vielleicht bereits bestimmte
Tests durchgeführt wurden,
so dass man diese, sofern sie tatsächlich geeignet waren, mit in die Beratung einbeziehen kann. Gut durchgeführte
und belastbare Untersuchungsergebnisse können bares Geld sparen und müssen selbstverständlich nicht wiederholt werden.
Jedoch sollte sich der Patient bzw. Klient nicht der Chance berauben, eine weitere, möglichst
unbeeinflusste Meinung einzuholen. Deckt sich diese mit der zuvor gestellten Diagnose –
umso besser. Kommt der Therapeut/Berater zu einem anderen Ergebnis, wäre dies genau zu hinterfragen.
Immer wieder erlebe ich aber auch, dass Klienten mit Vorschlägen für
Präparate oder
sogar bereits gekauften Mitteln in meine Beratung kommen. Jeder Behandler und Berater
hat ein Portfolio an für seine Schwerpunktgebiete geeigneten Produkten, deren Inhaltsstoffe und deren
Vor- und Nachteile er genau kennt (kennen sollte). Hier kann dann genau erklärt werden, warum gerade
dieses oder jenes Präparat für genau diese Indikation das richtige ist. Meine Empfehlung wäre, dass
Sie sich die Argumente mindestens zunächst einmal anhören. Es gibt mittlerweile Tausende von verschiedenen
Produkten, die sich jedoch allesamt in ihren Zutaten – vor allem bei den Zusatz- und Hilfsstoffen –
unterscheiden (bitte lesen Sie hierzu auch die Beiträge
»
Grundsätze zu Nahrungsergänzungsmitteln«
und »
Probiotika – mit Präzision oder nach dem
Gießkannenprinzip?«). Man kann nicht von einem Berater oder
Therapeuten erwarten, dass er alle diese Präparate kennt, und es kann auch nicht erwartet werden, dass er sich
außerhalb der Beratungszeit über diese mitgebrachten Mittel schlau macht. Ich selbst halte es in meinen
Beratungen so, dass ich, falls die Produkte bereits vorhanden sind, mir die, deren Anwendungsgebiet
passt und die ich noch nicht kenne, während der Beratungsstunde im Internet anschaue, um zu entscheiden, ob
das Mittel geeignet sein könnte oder eher nicht. So kann dann eventuell ein bereits erworbenes Produkt vielleicht doch
genutzt werden. Allerdings fehlt hier logischerweise ein tieferer Einblick in
spezielle Besonderheiten, die nicht auf
jedem Beipackzettel stehen und die ich häufig nur mit zeitintensivem Nachfragen direkt bei den Herstellern ermitteln kann.
Wenn ich ein Produkt bereits auf den ersten Blick nicht für geeignet halte, begründe ich diesen Rat, so dass er nachvollziehbar
ist und empfehle eine Alternative. Ein nicht eng abgestimmtes Präparat dürfte für die Besserung der
Beschwerden jedenfalls nicht das Optimum sein.
Künstliche Intelligenz (KI)
Ein Thema, das immer mehr an Aktualität gewinnt, ist die KI – die sogenannte »
Künstliche Intelligenz«.
Auch und gerade im Gesundheitsbereich wird der Einsatz immer wichtiger, und ich möchte mich deshalb in diesem Beitrag auch nur
auf diesen Bereich fokussieren.
Grundsätzlich gibt es
ethische Gesichtspunkte und auch
datenschutzrechtliche Aspekte bei der KI zu beachten
– egal, ob im Gesundheits- oder in jedem
anderen Bereich, in dem die KI eingesetzt werden kann. Dieses weite und wichtige Feld möchte ich hier an dieser jedoch
nicht thematisieren, bin mir jedoch bewusst, dass zumindest in Ländern wie den USA und China, die Hauptanbieter der
KI-Programme sind bzw. derzeit werden, die Ethik und Datenschutz nicht den Stellenwert erhalten, der eigentlich unerlässlich
sein müsste.
Auch im Hinblick auf die
Umwelt gäbe es bei der Benutzung der KI einiges anzumerken, denn eine Suche über ein KI-System frisst
durch die intensivere Durchforstung zahlreicher Quellen etwa
das Zehnfache an Strom als eine Google-Suche. Deshalb wäre zu
überdenken, ob und ggf. wann man eine KI-Anfrage stellt oder ob es nicht vielleicht sinnvoller ist, zuerst eine Suchmaschine zu bemühen.
Und dass es keineswegs einfacher und müheloser ist, sich Fragen von einer KI beantworten zu lassen als über eine Suchmaschinezu schauen,
möchte ich im Folgenden gerne belegen.
Zurück zum Einsatzbereich der KI im Gesundheitsbereich: Beginnen wir mit dem
Einsatz der KI in geschlossenen Systemen:
Ein Hautarzt beispielsweise kann sich bei der Bewertung bestimmter Bilder unterstützen lassen, um zu ermitteln, ob es sich
bei einer Hautveränderung um etwas Bösartiges handelt oder eher nicht. Der Quellenpool, aus dem sich die KI bedient, wurde
zuvor mit zahlreichen Bildern und – vor allem – mit den dazugehörigen fachlichen Bewertungen gefüllt. Aus diesem
Grunde ist auch das Ergebnis, das die KI ausgibt, qualifiziert. Zudem wird jeder so ermittelte »Befund« noch
einmal von dem Facharzt überprüft, so dass letztendlich über das Endergebnis – den Endbefund – der Facharzt
mit seiner menschlichen Expertise entscheidet.
Anders sieht es bei den für »Otto Normalverbraucher« zugänglichen
offenen KI-Tools aus. In der großen Mehrzahl ist
(derzeit noch) das jedem sogar in einer (abgespeckten) kostenlosen Variante zur Verfügung stehende Programm ChatGPT von der
Firma OpenAI die meist erste Wahl, wobei sich hier das Angebot rasant vergrößert und Systeme wie u.a. DeepSeek aus China und
viele weitere die Märkte erobern.
ChatGPT zum Beispiel gibt die Möglichkeit,
Fragen in Textform zu stellen, und man bekommt in Echtzeit Antworten. Bei der Suche
nach Auskünften bedient sich ChatGPT aus einem riesigen Pool von Informationen, der mit Beiträgen aller Art aus dem World Wide
Web gefüllt wird, die Internet-User auf unzähligen Plattformen eingestellt haben. Der ein oder andere Beitrag wird sicherlich
Hand und Fuß haben, viele Quellen aber sind
Beiträge und Fragen von Laien – denn wer befragt schon eine Künstliche Intelligenz zu
etwas, worüber man schon Bescheid weiß? Und – und das ist entscheidend – auch die Antworten werden in der
überwiegenden Mehrzahl von Laien gegeben. »Ich glaube, es könnte so oder so sein« oder »ich habe die Erfahrung
gemacht, dass…« sind häufige Antworten, wenn man sich die Mühe macht, in einschlägigen Interessenten-Foren zu stöbern.
Auch auf die bewusst ins Netz gestellten »
Fake News« muss an dieser Stelle eingegangen werden, denn auch diese
Falschinformationen gehören ja zum Quellenpool. Je massenhafter solche Falschmeldungen sind, desto relevanter werden sie in
einer KI-Suche und rutschen für die »richtige« Antwort immer weiter nach oben, da die KI die Beiträge in diesem Pool
nicht bzw. nicht ausreichend sortieren und nicht unterscheiden kann, ob die Angaben korrekt oder substanzlos sind.
Somit sind deshalb erfahrungsgemäß auch die Ergebnisse allzu oft durchwachsen. Wie oft die Auskünfte brauchbar sind, oder aber
auch einfach nur der blanke Unsinn, mag ich nicht prozentual bewerten.
Das größte Problem bei der Bewertung der Belastbarkeit von Antworten durch KI ist es aber nicht unbedingt, dass Spreu und Weizen
wild durcheinandergemischt sind, sondern eben
die Spreu vom Weizen trennen zu können. Gerade in Zeiten, in denen nicht nur
seriöse Menschen und Staaten, sondern auch größte Schurken auch KI-Systeme steuern, ist allergrößte Wachsamkeit essentiell wichtig.
Grundsätzlich keine Schwierigkeiten bei der Unterscheidung dürften all diejenigen haben, die bereits Kenntnisse über einen
Sachverhalt haben. Für diese User kristallisiert sich rasch klar und deutlich heraus, was plausibel ist und was nicht. Wer aber
eben (noch) nicht im Bilde ist und sein Wissen erweitern möchte – und das sind ja eben in der Regel diejenigen, die
ChatGPT und Co. befragen – werden es sehr schwer haben,
die stimmigen Antworten und die unsinnigen Angaben
auseinanderzuhalten und für sich nur die hilfreichen Bereiche aus einer Antwort herausfiltern zu können.
Selbstverständlich kann man die
Belastbarkeit von Antworten steigern, indem man die Fragen möglichst präzise formuliert.
Je eindeutiger die Frage gestellt wird, desto besser wird das Ergebnis sein. Aber auch hier ergibt sich wieder das gleiche Problem
wie oben: wenn man bereits viel über einen Sachverhalt weiß, fällt es leichter, eine Frage exakte zu formulieren. Je weniger man
jedoch über das Problem weiß – was ja legitim und eben der Sinn einer Frage ist – desto ungenauer wird auch die Fragestellung
sein, und desto ungenauer fällt dann auch die Antwort der Künstlichen Intelligenz aus. Leider beißt sich dann genau an dieser Stelle die
Katze in den Schwanz, denn der uninformierte Fragesteller kann wieder nicht unterscheiden, ob bzw. welcher Teil der Antwort brauchbar
ist und welcher nicht. Derjenige aber, der es ohnehin schon wusste, kann mühelos selektieren.
Ein weiteres Problem ist die
mangelnde Transparenz: woher stammt eine Information, die die KI ausgibt. Es ist möglich, sich mit
der Fragestellung gleichzeitig die jeweiligen Quellen angeben zu lassen. Nur erstens, wer macht dies schon und zweitens, wer überprüft
diese Quellen dann auch? Ja, selbstverständlich ist das möglich, aber all dies macht Arbeit, die man sich ja durch die Nutzung der Künstlichen
Intelligenz gerade ersparen möchte und verhindert ein einfaches und schnelles Ergebnis. Zudem wird erfahrungsgemäß – wenn
überhaupt – nur wenig mehr als eine Quelle angegeben, so dass dies die Belastbarkeit noch weiter schmälert. Für mich persönlich
wären erst
mehrere Ergebnisse, die ich gegeneinander abwägen kann, der Garant dafür, ob bzw. inwieweit ich etwas für belastbar einstufe
oder eben auch nicht.
Die KI macht es einem scheinbar noch einfacher, denn man kann Fragen direkt formulieren und bekommt fertige Antworten. Bei so viel
»Komfort« kann es nur allzu leicht passieren, dass man auch hier – und insbesondere hier –
die erforderliche
Sorgfalt zur Überprüfung vergisst.
Vielfältigkeit der Informationen
Ich möchte keineswegs so verstanden werden, dass ich generell davon abraten möchte,
sich im Internet über gesundheitliche Probleme schlau zu machen! Ganz im Gegenteil:
Ich halte es für einen großen Fortschritt, dass man mit wenigen Mausklicks und zu jeder Zeit viele
Informationen und Antworten über ein bestimmtes Thema finden kann. Ich möchte aber dringend
darauf hinweisen, dass man zumindest versuchen sollte,
aus möglichst vielen Quellen
die verschiedensten Meinungen zu sammeln und dann zuerst einmal selbst
anhand der
Seriosität der Quellen zu entscheiden, was glaubhaft sein könnte und was nicht.
Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie war dies besonders deutlich geworden: Manche Menschen bewegen
sich ausschließlich in ihrer »Blase« und nehmen nur zur Kenntnis, was ihre eigene, vorgefertigte Meinung bestärkt.
Sie sind nicht bereit, sich auch andere Meinungen anzuschauen, um dann
aus dem breiten Angebot belastbare
Informationen herauszuarbeiten. Dies ist gefährlich und verhindert, dass man die Stärken des Internets
wirklich für sich nutzt.
Einige Menschen erwarten auch, dass sie mit einer einzigen Frage, die sie in bestimmten
Frage- und Antwortforen stellen, ihre Antwort gleich maßgeschneidert
und quasi auf dem Silbertablett serviert bekommen. Dies ist ein besonders verhängnisvolles
Vorgehen! Natürlich kann es auch hier sein, dass zufällig ein Fachmann diese Frage
liest und fundiert beantwortet. In den überwiegenden Fällen jedoch liest man hier
völlig inkompetente Antworten – gegeben meist von den Heerscharen der sich
hinter ihren Pseudonymen versteckenden Menschen – die der Fragesteller dann vielleicht für bare Münze
nimmt. Er wird dann ggf. keine weiteren Auskünfte mehr einholen und so die Gelegenheit
versäumen, eventuell im Netz auf richtigere und nützlichere Informationen zu treffen.
Unter Umständen werden dann sogar wichtige Maßnahmen versäumt, die zur Wiederherstellung
der Gesundheit unerlässlich sind.
Nicht zu vergessen sind in solche in solchen Foren auch die (unseriösen) Firmen, die häufig mitlesen und dann –
selbstverständlich auch unter Pseudonym und unerkannt – dazu raten, dieses oder jenes ach so wirksames
und geeignetes Mittel zu kaufen, mit dem man selbst »gute Erfahrungen« gemacht hat. Dies ist
eine perfide
Methode, den eigenen Profit zu steigern, ohne Rücksicht darauf, ob die Mittel tatsächlich geeignet sind. Es geht hierbei
nur um Verkauf, nicht etwa um kompetenten Rat, denn ein solcher Rat kann ja nur gegeben werden, wenn man Kenntnis von der
Anamnese hat. Manchmal ist solche verdeckte Werbung dermaßen platt formuliert oder der »Ratgeber« zufällig
erst seit wenigen Tagen dabei, dass er sich so selbst entlarvt. Gelegentlich aber sind die Beiträge so geschickt verfasst,
dass die verzweifelten Fragesteller darauf hereinfallen und sich (im Zweifelsfalle ungeeignete) Mittel für viel Geld kaufen. Auch
hier schützen das Einholen und gegeneinander Abwägen von mehreren Quellen vor unüberlegten Entscheidungen und Ausgaben.
Kompetenten Rat einholen
Wie gesagt: Ich halte es für
richtig, sich im Internet schlau zu machen.
Gerade im Gesundheitsbereich ist es wichtig, sich mit einem nachweislich kompetenten Berater – also je
nach Art der Probleme und Symptome mit einem Arzt, Heilpraktiker,
Ernährungs- oder spezialisierten Ganzheitlichen Gesundheitsberater –
zusammenzusetzen und zu beraten, welche Erkrankung überhaupt vorliegt, welche
diagnostischen Maßnahmen sinnvoll und welche Behandlungsformen geeignet sind.
Mit dieser Beraterin/diesem Berater können Sie nun
auf Augenhöhe sprechen, denn Sie sind nicht
mehr der uninformierte Patient oder Klient, der sich ohne Vorwissen blind auf die Ratschläge
des Gesprächspartners verlassen muss, sondern Sie haben sich (im besten Falle)
bereits über die verschiedenen Möglichkeiten schlau gemacht. Eine wertvolle Hilfe
aber ist es, dass Ihr Berater, der ja über die Materie Bescheid weiß (oder wissen
sollte), für Sie oder mit Ihnen trennen kann, was richtig und was falsch oder
(für Sie) ungeeignet ist.
Ggf. eine zweite Meinung einholen
Entweder vertrauen dann Sie diesem Menschen, oder aber Sie holen sich
eine zweite Meinung
ein. Selbst unsere gesetzlichen Krankenkassen, die ja nicht unbedingt für Freigiebigkeit
bekannt sind, räumen Ihnen die Möglichkeit ein, sich bei anderen Ärzten eine zweite
Meinung einholen zu können (bitte lesen Sie hierzu auch den Beitrag
»
Wie finde ich einen qualifizierten Arzt?«).
Bei Heilpraktikern, Ernährungs- und Ganzheitlichen
Gesundheitsberatern müssen Sie leider die Kosten selbst tragen, es lohnt sich aber
auf jeden Fall zu entscheiden, ob Sie dem Ratschlag folgen oder einen weiteren
einholen wollen. Bei den Gesprächen, bei denen sich die Beraterinnen und Berater in der Regel
ja sehr viel mehr Zeit nehmen (können) als ein Arzt oder eine Ärztin, bekommen Sie meistens
aber recht rasch ein Gefühl dafür, ob die Person Ahnung von der Materie hat oder eher nicht.
Im Idealfall hat die oder derjenige auch eine
Internet-Präsenz, anhand derer Sie sich schon
im Voraus über die
Qualifikation und Arbeitsweise informieren können. Und Mund-zu-Mund-Propaganda
kann ebenfalls helfen.
Grundsätzlich sollte es jeder Berater begrüßen, einen »aufgeklärten Patienten«
vor sich zu haben. Früher, als sich ein Arzt noch als der »Halbgott in Weiß«
fühlte, waren Patienten eher als mehr oder weniger dankbare Befehlsempfänger geduldet.
Die meisten Ärzte heute finden es gut, einen informierten Gesprächspartner vor sich
zu haben. Leider jedoch ist – insbesondere bei Kassenpatienten – die
Zeit der Ärzte begrenzter, so dass auch heute noch ab und an Mediziner zu finden
sind, die zu wenig Geduld haben, alle Fragen zu beantworten, die durch die vielen
zuvor eingeholten Informationen aufgetaucht sind. Versuchen Sie bitte trotzdem darauf zu
bestehen, alle Ihre Fragen ausführlich und verständlich beantwortet zu bekommen.
Fair wäre es allerdings, bereits vorab für sich selbst möglichst logisch und stimmig
abzuklären, was für Sie richtig und vertretbar sein könnte. Ziehen Sie hier ggf.
auch neben den Informationen aus dem Internet weiterführende Literatur zurate, bei
der dann doch meist eine größere Wahrscheinlichkeit der Seriosität besteht.
Je breiter Sie Ihre Recherche anlegen, desto ernster werden Sie von Ihrem Arzt genommen.
Hilfe für »umsonst«?
Ratschläge im Internet sind in der Regel umsonst – mit der Bedeutung von
kostenlos. Dies ist
neben der Vielfältigkeit und vor allem neben der ständigen Verfügbarkeit einer der Hauptgründe,
warum Menschen sich über gesundheitliche Probleme im Internet informieren.
Natürlich sind auch die Ratschläge bei Ihrem Arzt »umsonst« –
zumindest scheinbar, denn Sie zahlen ja vorab Ihre Beiträge in die gesetzliche
oder auch private Krankenversicherung ein. Der Arztbesuch selbst kostet dann
(meist) nichts.
Beratungen bei Heilpraktikern, Ernährungs- und Ganzheitlichen Gesundheitsberatern
sind in der Regel nicht kostenlos, selten werden die Honorare – und dann auch
nur anteilig – von den Krankenkassen übernommen.
Zeit für Sie
Im anderen Sinne des Wortes allerdings ist eine
solche Beratung nicht umsonst: Unter der Voraussetzung, dass Sie einen
auf Ihre Probleme spezialisierten Berater gefunden haben, kann ein solches Gespräch
teilweise
sehr viel mehr bringen als eine der o.a. kostenlosen Möglichkeiten, denn
diese Berater nehmen sich in der Regel viel Zeit für Sie und schneiden ihre Ratschläge
insbesondere im Gegensatz zum anonymen Internet ganz auf Ihre individuellen Probleme zu.
Die Zeit eines Arztes wird in den meisten Fällen leider begrenzt sein – gerade,
wenn Sie ein Kassenpatient sind. Vor dem Hintergrund einer in meinen Augen mangelhaften
Vergütungspraxis der Krankenkassen sollten Sie dafür allerdings Verständnis haben,
denn der Arzt muss sein Personal und die Miete für seine Räume bezahlen und bekommt
trotz allem für jeden Patienten nur eine Pauschale – egal, wie lange er diesen
berät.
Mehr Zeit werden Heilpraktiker, Ernährungs- und Ganzheitliche Gesundheitsberater
haben. Aber leider werden Sie die Leistungen dieser Fachkräfte in den allermeisten
Fällen selbst bezahlen müssen. Eine solche Investition kann sich aber durchaus
lohnen, denn diese Berater können sehr viel intensiver auf Sie eingehen. Wichtig
ist aber ganz besonders hier, dass Sie Berater finden, die auf Ihr Problem spezialisiert
sind, denn die Kosten für eine Beratung von jemandem, der sich bei Ihrer Erkrankung
nicht auskennt, wären dann tatsächlich »umsonst« und rausgeschmissenes Geld.
Übrigens sind genau für diese Empfehlungen die Internetforen gut geeignet.
Hier können Sie in der Community fragen, ob jemand einen geeigneten Therapeuten oder Berater möglichst
in der Gegend kennt oder ob jemand bekannt ist, der auch online berät. Hier kann man sich dann auch
genauer über Methoden und Vorgehen austauschen und hinterfragen, warum die Ratschläge als hilfreich
oder eben weniger gut empfunden wurden.
Kompetenz im Voraus abklären
Deshalb sollten Sie immer im Voraus abklären, ob der von Ihnen ins Auge gefasste
Berater – sei es ein Arzt, ein Heilpraktiker, Ernährungs- oder Ganzheitlicher
Gesundheitsberater – die
Kompetenz besitzt, Sie
in Ihrem ganz speziellen Fall
zu beraten. Und hier werden Ihnen in vielen Fällen die Informationen, die Sie über
das Internet sammeln konnten, weiterhelfen. Sie werden hier sicherlich zumindest
rudimentäre Grundlagen aber evtl. auch Wichtiges zu diagnostischen Maßnahmen erfahren haben,
so dass Sie am Telefon mit den richtigen Fragen ermitteln können, ob Ihr Gesprächspartner
überhaupt auf diese Erkrankung spezialisiert ist und welche Diagnostik
er anwendet.
Falls Sie kein gutes Gefühl haben, suchen Sie sich einen anderen Berater. Oftmals
muss man lange auf Termine warten. Wenn Sie dann an jemanden geraten, dessen Ratschlag
Ihnen nicht weiterhilft, wäre dies ärgerlich, denn Sie haben wertvolle Zeit verloren.
Wenden Sie deshalb bereits im Vorfeld bei der Suche nach einem
geeigneten Berater
größte Sorgfalt an.
Wer nicht bereit ist, vorab am Telefon Auskunft darüber zu erteilen, über welche Kompetenzen er verfügt
und welche Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung er anbietet,
wäre zumindest für mich kein geeigneter Kandidat. Bitte suchen Sie vor einem Anruf oder einer eMail aber
bitte fairerweise immer nach einer möglichen Internet-Präsenz, damit die Beraterin oder der Berater nicht
jedem Anrufer das Gleiche erzählen muss. Danach sind viele Fragen dann oft schon geklärt
und man kann auch gleich viel zielführender die nur noch wenigen ausstehenden Fragen besprechen.
Meine Beratung
Ich selbst informiere Sie unter dem Menüpunkt
Beratung
über meine Schwerpunkte, so dass Sie erkennen können, ob ich für Ihre Probleme die
richtige Ansprechpartnerin sein könnte. Und wahrscheinlich haben Sie auf dieser Website schon
viele Informationen finden können, so dass Sie sich ein Bild von meinen Qualifikationen
machen können. Schauen Sie sich bitte auch gerne meine
Vita an, so dass Sie sehen
können, auf welche Vor-, Aus- und Fortbildungen sich meine Qualifikation stützt.
Wenn Sie sich von mir beraten lassen möchten, freue ich mich
sehr, wenn Sie viele Informationen mitbringen, die ich dann gerne mit Ihnen zusammen
ordne. Ich begrüße es sehr, Klienten beraten zu dürfen, die sich schon soweit es
geht schlau gemacht haben. Unser gemeinsames Ziel ist es dann, dass Sie vorhandene
Beschwerden möglichst rasch loswerden oder solche gar nicht erst entstehen lassen.
Meine Beratungen sind – anders, als es auch die besten Internet-Informationen
sein können – immer individuell und ganz persönlich auf Sie zugeschnitten.
Fazit
Informationen aus dem Internet können hilfreich sein. Sie haben den Vorteil zu
jeder Zeit verfügbar zu sein und sind in großer Vielfalt zu finden. Sie können
sich also – bei ausreichender Geduld – sehr breit informieren und
verschiedene Meinungen und Möglichkeiten erfahren und ggf. gegeneinander abwägen.
Nachteil dieser Informationsflut ist allerdings,
dass man entscheiden muss, was
fundiert, was richtig und was falsch und – vor allem – was passend für
die eigenen Probleme ist.
Für jede Internetsuche, aber insbesondere auch in Bezug auf die Künstliche Intelligenz lauten mein Fazit und meine Empfehlung:
lassen Sie sich gerne von einer KI Antworten auf eine (wohl formulierte) Frage geben. Vergessen Sie
aber bitte nie, sich die Quellen anzuschauen und mehrere Möglichkeiten gegeneinander zu stellen.
Je mehr seriöse Quellen einen Sachverhalt in gleicher Weise beurteilen, desto belastbarer sind die
Ergebnisse. Eine Künstliche Intelligenz zu befragen, kann mit Sicherheit eine gute Möglichkeit sein,
sein Wissen zu erweitern, aber das
Nachdenken darüber, ob Antworten plausibel sind, kann Ihnen die KI nicht abnehmen.
Gerade im Gesundheitsbereich ist es unerlässlich, das für die eigene Situation
Geeignete herauszufiltern. Und dafür braucht es Vorwissen. Ohne ein solches
Vorwissen wäre man schutzlos den vielen Falschmeldungen unter den »richtigen«
Informationen ausgeliefert!
Informieren Sie sich also bitte gerne, aber lassen Sie sich dann dabei helfen,
die für Sie richtige Diagnostik und Behandlung zu finden.
Ansonsten spielen Sie
leichtfertig mit dem Wertvollsten, was Sie besitzen: mit Ihrer Gesundheit!
Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute!
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