Was ist eine Salicylat-Intoleranz?
Eine Salicylat-Intoleranz (Salicylsäure-Unverträglichkeit) ist eine sogenannte
Pseudoallergie. Es folgen deshalb
bei Verzehr der entsprechenden, unverträglichen Lebensmittel oder der Einnahme
salicylsäurehaltiger Medikamente
nicht nur Verdauungsprobleme, sondern es können
auch Beschwerden auftreten wie laufende Nase oder tränende Augen, Kratzen im Hals
bis hin zu asthmaähnlichen Beschwerden, Hautjucken, Anschwellen der Schleimhäute,
migräneartige Kopfschmerzen und vieles mehr.
Die Salicylat-Intoleranz ist wie alle Unverträglichkeiten ist
mengenabhängig, d.h.
die Beschwerden verstärken sich je nach der Verzehrmenge. Sie treten teilweise
recht rasch nach dem Verzehr der entsprechenden Nahrungsmittel auf, d.h. es besteht
oftmals
ein enger zeitlicher Zusammenhang. Auch wenn bei dieser Pseudoallergie
kaum die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks besteht, können die Symptome teils
sehr stark und auch unangenehm ausfallen. Vor allem heftige Atembeschwerden, die
an einen Asthmaanfall erinnern, können ebenso wie das Anschwellen der Schleimhäute
im Rachenbereich große Angstgefühle auslösen.
Diagnose der Salicylat-Intoleranz
Sobald man den Verdacht hegt, dass eine Salicylat-Intoleranz vorliegen könnte,
sollte man ein
Ernährungstagebuch führen und schauen, ob sich ein zeitlicher
Zusammenhang zwischen dem Verzehr salicylathaltiger Nahrungsmittel und/oder der
Einnahme entsprechender Medikamente herstellen lässt. Falls dies der Fall ist, ist
die Beratung durch einen Arzt erforderlich.
Wie auch bei der
Histamin-Intoleranz,
die ähnliche Symptome hervorrufen kann, ist
bei der Salicylat-Intoleranz das Immunsystem nicht betroffen, d.h. diese Unverträglichkeit
ist
nicht über Antikörper im Blut feststellbar.
Deshalb erfolgt die Diagnose der Salicylat-Intoleranz bei bestehendem
Verdacht klassisch durch eine sogenannte
Provokation. Dabei wird entweder eine salicylsäurehaltige Substanz oral,
d.h. zum Verzehr gegeben. Leichter ist jedoch die nasale Applikation, wobei ein
salicylatsäurehaltiges Nasenspray verabreicht wird. Hier kann man bei Vorliegen einer
Unverträglichkeit umgehend eine Reaktion beobachten. Da wie oben beschrieben heftige
Reaktionen eben u.a. der Atmung nicht ausgeschlossen werden können, ist
die
Diagnostik grundsätzlich und ausschließlich von einem spezialisierten Arzt vorzunehmen,
der ggf. entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten kann.
Behandlung einer Salicylat-Intoleranz
Als Behandlung einer Salicylat-Intoleranz kommt nur das Meiden von Salicylsäure
in Betracht. Bei der Auswahl der Nahrungsmittel sollte man nach der Diagnose zuerst
einige Wochen eine weitestgehende Karenz einhalten und
möglichst alle Nahrungsmittel
meiden, die Salicylsäure enthalten, bis man mindestens zwei Wochen völlig symptomfrei
gewesen ist. Danach kann man – wie bei allen anderen Unverträglichkeiten auch
– vorsichtig versuchen, seine ganz individuelle Verträglichkeitsmenge zu finden.
Empfehlung:
Eine zusätzliche Hilfe bei der Ermittlung geeigneter Lebensmittel stellt die
»
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Mit Beginn der Karenz gehören auch alle verordneten und rezeptfrei erworbenen Medikamente
auf den Prüfstand.
Informieren Sie alle behandelnden Ärzte über die Intoleranz,
damit diese bei der Verordung von Medikamenten darauf achten, verträgliche
Präparate auszuwählen. Auch bei den
frei verkäuflichen Medikamenten ist besondere
Sorgfalt erforderlich, denn gerade rezeptfreie Schmerzmittel, die man sich häufig
in der Apotheke besorgt wie z.B. ASS (Aspirin) oder Ibuprofen enthalten Salicylsäure
bzw. Substanzen, die im Körper zu Salicylsäure umgebaut werden und erzeugen teils
gravierende Probleme. Sogar Hühneraugenpflaster transprotieren Salicylsäure über
die Haut in den Körper.
Sprechen Sie deshalb auch immer mit dem Apotheker,
damit dieser überprüfen kann, ob ein Mittel bei Salicylat-Intoleranz verträglich
ist.
Wichtiger Hinweis:
Setzen Sie nie eigenmächtig vom Arzt verschriebene Medikamente
ab, sondern besprechen Sie die Problematik mit ihm. Es müssen möglichst rasch
salicylatfreie Alternativen gefunden werden – Ihr Arzt hat dazu ein Computerprogramm,
mit dessen Hilfe er geeignete Medikamente auswählen kann. Bestehen Sie dann beim
Ausstellen des Rezeptes daruf, dass ein Kreuz im Kästchen mit der Beschriftung
»
aut idem« eingetragen wird, damit Ihnen die Apotheke kein eventuell
salicylathaltiges Ersatzmittel ausgibt, wozu diese aufgrund von Verträgen mit den
Krankenkassen berechtigt wäre.
Mögliche Verstärkung von Allergien (Augmentation)
Es kann auch vorkommen, dass bei Verzehr/der Einnahme von Salicylsäure bestehende,
»richtige« Allergien ausgelöst oder verstärkt werden (Augmentation).
Dann zu unterscheiden, ob die Beschwerden allergisch oder pseudoallergisch sind,
ist kaum möglich. Bei bekannten Allergien
und einer Salicylat-Intoleranz
ist es deshalb besonders wichtig, diesen Stoff weitestgehend zu meiden. Eine 100%ige
Vermeidung ist zwar kaum zu erreichen, je konsequenter man jedoch auf jede
Salicylsäurequelle achtet, desto besser erreicht man eine Beschwerdefreiheit.
Benzoesäure
Eine Salicylat-Intoleranz ist oftmals gekoppelt
mit einer Unverträglichkeit von Benzoesäure (E210-213), die z.B in sauren
Limonadengetränken, Fisch- und Salatzubereitungen verwendet wird. Hier muss man
bei entsprechnden Nahrungsmittel immer auf die Zutatenliste schauen.
Histamin und Glutamat
Viele andere Auslöser von Pseudoallergien können ebenfall in Zuammenhang mit einer
Salicylat-Intoleranz auftreten oder zumindest die Beschwerden verstärken. Dies
sind z.B das Histamin oder auch Glutamat.
Sollte es unter einer konsequenten Salicylaltkarenz zu keiner deutlichen Besserung
der Symptome kommen, sollten Sie sich beraten lassen, ob und wie mit der Beachtung
weiterer Unverträglichkeiten eine Beschwerdefreiheit erreicht werden kann.
Lesen Sie auch folgende Beträge:
Was sind Pseudoallergien?
Was ist Histamin-Intoleranz?
Glutamat-Intoleranz
Zu diesem Thema gibt es ein dreiteiliges Tutorial:

Abgrenzung zwischen
Nahrungsmittel-Unverträglichkeit und -Allergie
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