Letzte Aktualisierung: 25.9.2022

Was sind Pseudoallergien?

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (Intoleranzen) erkennt man daran, dass die Symptome in der Regel auf das Verdauungssystem beschränkt sind. Diese sind u.a. Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall. Im Gegensatz dazu zeichnen sich Nahrungsmittel-Allergien dadurch aus, dass sich die Symptome zwar hauptsächlich in Form von Verdauungsbeschwerden zeigen, jedoch häufig auch zusätzliche Symptome am ganzen Körper wie juckende Schleimhäute, tränende Augen oder laufende Nase und Kopfschmerzen und vieles mehr verursachen können. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist ein zeitlich versetztes Auftreten der Symptome: bei den Unverträglichkeiten gibt es einen deutlichen Zeitversatz von mehreren Stunden, wohingegen sich die Allergien in der Mehrzahl schon nach wenigen Minuten bemerkbar machen. Somit kann man allein aufgrund dieser Kriterien relativ einfach eingrenzen, ob Beschwerden in die Gruppe der Unverträglichkeiten oder der Allergien einzuordnen sind.

Es gibt jedoch auch die sogenannten Pseudoallergien, die zwar eigentlich eine Unverträglichkeit sind, sich jedoch mit allergieähnlichen Symptomen darstellen.

Lesen Sie hierzu auch den Beitrag auf der Seite »Abgrenzung zwischen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und Nahrungsmittel-Allergien«. Erst, wenn diese Abgrenzungen klar sind, wird deutlich, was eine Pseudo-Allergie ist.

Es gibt verschiedene Stoffe, die bekannt dafür sind, häufig Pseudo-Allergien auslösen zu können: insbesondere sind dies:

Histamin: Zur Histamin-Unverträglichkeit gibt es einen eigenen Beitrag, den Sie hier lesen können.

Glutamate: Auch zur Glutamat-Intoleranz (Chinarestaurant-Syndrom) gibt es einen separaten Beitrag.

Leider können auch diverse Substanzen, die mit den so genannten E-Nummern von der EU als unbedenklich für den Verzehr gekennzeichnet worden sind, problematisch in Bezug auf Pseudo-Allergien sein. Hier sind folgende Stoffgruppen zu nennen:

Salicylate: enthalten in salicylsäurehaltigen Schmerzmitteln wie Aspirin, ASS u.a.), aber durchaus auch in natürlicher Form in Weidenrinde (salix=Weide), die als natürliches Schmerzmittel verwendet wird oder auch in Lebensmitteln wie u.a. in Äpfeln oder Aprikosen. Eine Salicylat-Intoleranz (Salicylsäure-Unverträglichkeit) ist oftmals gekoppelt mit einer Unverträglichkeit von Benzoesäure (E210-213) (siehe unten).

Schwefeldioxide: (E220-228, Antioxidationsmittel), verwendet in Wein, Trockenfrüchten und Trockenkartoffelerzeugnissen.

Sorbinsäure: (E200-203, Konservierungsstoff), verwendet in Schnittbrot, Käse, Obst, Fruchtzubereitungen für Joghurts.

Benzoesäure: (E210-213, Konservierungsstoff), verwendet in sauren Limonadengetränken, Fisch- und Salatzubereitungen.

Azofarbstoffe: (E102, E110, E122, E124, E129, E1150, Farbstoffe), verwendet in Getränken, Süßwaren, Senf, Puddingpulver.


Empfehlung:
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Lesen Sie auch folgende Beträge:
• Was ist Histamin-Intoleranz?
• Glutamat-Intoleranz
• Salicylat-Intoleranz
• Zeitmanagement bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

Gerne können Sie zu diesem Thema auch das folgende Tutorial anschauen:
Abgrenzung zwischen Nahrungsmittel-Unverträglichkeit und -allergie

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